In Yangon war der Protest deutlich spürbar.

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Die Straßen blieben leer.

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Naypyidaw – Zahlreiche Menschen in Myanmar sind in einen landesweiten "stillen Streik" getreten, um gegen die Militärjunta zu protestieren. Die meisten Geschäfte waren am Freitag geschlossen, die Straßen auch in der größten Stadt Yangon waren größtenteils leer. Die meisten Menschen blieben den ganzen Tag in ihren Häusern, berichteten lokale Medien.

"Wir müssen der Welt die Botschaft senden, dass es in Myanmar zu schlimmsten Menschenrechtsverletzungen kommt", sagte die Aktivistin Khin Sandar. "Stille ist der lauteste Schrei. Wir wollen unsere Rechte zurückhaben." In sozialen Netzwerken waren zahlreiche Fotos von verwaisten Märkten und Straßenzügen zu sehen.

Das frühere Burma versinkt seit einem Putsch am 1. Februar in Chaos und Gewalt. Die Generäle hatten die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi entmachtet und regieren seither mit eiserner Faust. Jeder Widerstand wird mit brutaler Härte unterdrückt. Massendemonstrationen wie in den Wochen nach dem Umsturz gibt es kaum noch. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden rund 1.300 Menschen getötet. Mehr als 10.000 wurden festgenommen.

Elf Personen verbrannt

Das Uno-Menschenrechtsbüro in Genf zeigte sich am Freitag alarmiert über die jüngste Gewalteskalation vonseiten des Militärs. "Sicherheitskräfte haben elf Personen getötet und verbrannt, darunter fünf Minderjährige, und sind mit Fahrzeugen in Demonstranten gefahren, die ihr Grundrecht auf friedliche Versammlung ausübten", sagte der Sprecher des Büros in Genf.

Der Vorfall passierte demnach am 7. Dezember. Milizkämpfer sollen eine Armee-Einheit in der Region Sagaing attackiert haben, die Sicherheitskräfte hätten deshalb das Dorf Done Taw angegriffen. Dorfbewohner hätten die Leichen der elf – der Jüngste war 14 – später verbrannt gefunden. Diese und andere Attacken seien abscheulich und völlig inakzeptabel, sagte der Uno-Sprecher.

Reisesperren gegen Militärführung verhängt

Großbritannien hat gemeinsam mit den USA und Kanada neue Sanktionen gegen die Militärführung in Myanmar auf den Weg gebracht. Die Regierung verhängte Reisesperren für führende Vertreter des Militärregimes und veranlasste, dass Vermögen der betroffenen Personen eingefroren werden, wie das britische Außenministerium am Freitag mitteilte. Man reagiere damit auf ärgste Menschenrechtsverletzungen. (APA, 10.12.2021)