Thema dieser Saison, die am Sonntag (14 Uhr) endet, ist die Fehde zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen. Die beiden haben berühmte Vorgänger. Immer wieder sind Fahrer aneinandergeraten. Und nicht immer hat sich der Wickel auf die Rennstrecke beschränkt.

Niki Lauda gegen James Hunt

Die Rivalität zwischen Niki Lauda und James Hunt war filmreif, bevor Hollywood sie verfilmte. Hunt brillierte auf der Rennstrecke mit risikoreichen Manövern, abseits mit illustrem Playboy-Leben. Lauda war ein analytischer Fahrer, der sich in technische Fragen verbiss.

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Der analytische Niki Lauda galt als Gegenpol zum Playboy James Hunt.
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Zum Showdown zwischen den beiden Kontrahenten sollte es 1976 kommen. Lauda dominierte die Rennen – bis zu seinem Unfall am Nürburgring. Der Österreicher erlitt schwere Verbrennungen, seine Lunge wurde geschädigt.

Nur sechs Wochen später kehrte Lauda auf die Rennstrecke zurück. Vor dem Finale auf dem Fuji Speedway hielt der Österreicher bei drei Punkten Vorsprung auf den Briten. Just im letzten Grand Prix der Saison kam die überraschende Wendung. Nach zwei Runden im Regen stellte Lauda seinen Wagen aus Sicherheitsgründen ab. Hunt wurde Dritter – und Weltmeister mit einem Punkt Vorsprung.

Didier Pironi gegen Gilles Villeneuve

Die Rivalität zwischen Lauda und Hunt beschränkte sich auf die Strecke, auf die Jagd nach Punkten. Gilles Villeneuve und Didier Pironi trugen ihren Konflikt auch abseits der Rundkurse aus.

Auslöser war das Rennen in Imola 1982. Die Ferrari-Teamkollegen fuhren an der Spitze. Die Rennstallführung gab die Order "Slow" aus, um den Sieg nicht zu gefährden. Pironi hielt sich nicht an die Vorgabe, attackierte Villeneuve und gewann das Rennen in letzter Runde.

Didier Pironi und Gilles Villeneuve zerstritten sich – und sie sollten sich nie wieder versöhnen.
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Pironi wollte die Stallorder nicht als solche verstanden haben, Villeneuve glaubte seinem Teamkollegen kein Wort. Er verkündete, nie wieder mit Pironi sprechen zu wollen. Ein Versprechen, das er in ungeahnt tragischer Hinsicht halten sollte. Zwei Wochen nach dem Eklat verunglückte der Kanadier im Training von Belgien tödlich.

Pironi wiederum verletzte sich wenige Monate später bei einem Trainingsunfall am Hockenheimring schwer. Der Franzose führte zum Unfallzeitpunkt die Gesamtwertung an, mit dem Crash endete nicht nur seine Saison, sondern auch seine Karriere in der Formel 1. Stattdessen fuhr er ab 1986 Powerboat-Rennen. Bei einem solchen verunglückte er 1987 tödlich. Kurz nach seinem Tod brachte seine Lebensgefährtin Zwillinge zur Welt. Sie nannte sie Didier und Gilles.

Ayrton Senna gegen Alain Prost

Zwischen Ayrton Senna und Alain Prost krachte es nicht nur verbal. 1989 kollidierten die beiden McLaren-Piloten beim Grand Prix von Suzuka in Japan. Der Franzose musste sich aus dem Rennen zurückziehen. Der Brasilianer fuhr nach dem Crash zum Sieg – illegal, wie die Rennleitung entschied. Senna, der eine Schikane abgekürzt hatte, wurde disqualifiziert, Prost zum Weltmeister erklärt.

Ayrton Senna und Alain Prost waren zunächst Teamkollegen.
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Ein Jahr später wechselte Prost von McLaren zu Ferrari. Die Fehde blieb bestehen. Abermals kam es in Japan zur Kollision, diesmal direkt nach dem Start. Beide Piloten mussten das Rennen beenden. Der Brasilianer wurde Weltmeister, Prost wütend. Er nannte Senna "widerwärtig, einen Mann ohne Werte".

1993 wurde Prost vor Senna Weltmeister und beendete seine Karriere. Zwischen den beiden ehemaligen Rivalen entstand eine Freundschaft, die bis zu Sennas Tod 1994 halten sollte. Prost war bei der Beerdigung einer der Sargträger.

Michael Schumacher gegen viele

Hätte Michael Schumacher eine Liste seiner Erzrivalen geführt, so wäre diese richtig lang geraten.

Nach Sennas Tod matchte sich der Deutsche mit Sennas früherem Teamkollegen Damon Hill. Es krachte mehrmals: einmal 1994 in Australien, wobei Schumacher den WM-Titel davontrug. Ein Jahr später crashten die beiden in Großbritannien und Italien – wieder war der Deutsche danach an der Spitze. Erst 1996 schaffte es Hill schließlich vor Jacques Villeneuve und Schumacher zum WM-Titel.

Zwischen Michael Schumacher und Damon Hill krachte es mehrmals auf der Rennstrecke.
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1998 geriet Schumacher mit David Coulthard aneinander und vermutete ein Manöver, das Coulthards Teamkollegen Mika Häkkinen den Sieg bescheren sollte. Gegen den Finnen hatte Schumacher 1998 und 1999 keine Chance. 2000 wurde Schumacher vor Häkkinen Weltmeister. Der Finne zog sich aus dem Sport zurück. Schumacher blieb, gewann noch vier WM-Titel – und etliche weitere Rivalen.

Nico Rosberg gegen Lewis Hamilton

Max Verstappen ist nicht Lewis Hamiltons erster großer Rivale. Man erinnere sich an Nico Rosberg, der sogar Hamiltons Teamkollege war. Die zwei kannten einander aus Kart-Zeiten, waren befreundet und landeten schließlich beide bei Mercedes.

Immer wieder gerieten sie aneinander. Ihren Höhepunkt erreichte die Rivalität 2016. Hamilton war in den beiden Jahren zuvor Weltmeister geworden, nun sah Rosberg seine Chance gekommen.

Nico Rosberg und Lewis Hamilton kannten einander schon vor ihren Formel-1-Karrieren.
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Beim Grand Prix von Spanien drängte Rosberg seinen Teamkollegen ins Gras. Hamilton verlor die Kontrolle, beide Mercedes-Fahrer schieden aus. Beim Grand Prix von Österreich fuhr der Deutsche Hamilton in einer Kurve in die Seite. Und beim Saisonfinale in Abu Dhabi gewann schließlich Rosberg, er wurde Weltmeister.

Die größte Überraschung kam danach: Rosberg trat zurück, nahm Hamilton die Chance zur Revanche. (Ana Grujić, 11.12.2021)