Der Tatort liegt etwa 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Moskau.

Foto: Yuri KADOBNOV / AFP

Am Montagvormittag hat ein 18-Jähriger einen Sprengsatz im Frauenkloster von Serpuchow, einer Großstadt 100 Kilometer südlich von Moskau, gezündet. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Täter um einen ehemaligen Schüler der Klosterschule.

Der Täter zündete den Sprengsatz vor dem Eingang des orthodoxen Gymnasiums, benannt nach Warlaam von Serpuchow, einem Bischof aus der Zeit von Iwan dem Schrecklichen. Dabei wurden der 18-Jährige selbst und mehrere Kinder verletzt, einige davon schwer, wie die Behörden mitteilten.

Das zentrale Ermittlungskomitee in Moskau teilte mit, dass ein Verfahren wegen versuchten Mordes eingeleitet worden sei. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Der junge Mann soll die Bombe selbst gebaut haben.

Acht Kinder im Krankenhaus

"Es wurden der 18 Jahre alte Terrorist und weitere zehn Kinder verletzt", sagte die Kinderschutzbeauftragte des Moskauer Gebiets, Xenia Mischonowa. Es gab allerdings keinen Hinweis auf einen Terroranschlag, sondern vielmehr auf persönliche Probleme des Verdächtigen. Acht Kinder mussten in Krankenhäusern behandelt werden.

Ein 15 Jahre alter Schüler auf einer Krankenliege erzählte im Nachrichtenkanal Telegram, dass er in der Früh zum Gebet gekommen sei und es dann plötzlich eine Explosion gegeben habe. Er habe eine Brandwunde davongetragen, sagte er. Jugendliche, die den mutmaßlichen Täter kennen, meinten, der junge Mann habe unter Depressionen gelitten und sei beim Schulpsychologen in Behandlung gewesen.

Außer Lebensgefahr

Der Gouverneur des Gebiets Moskau, Andrej Worobjow, teilte mit, dass alle Verletzten außer Lebensgefahr seien. Polizei und Rettungsdienste hätten umgehend reagiert. Die Kinder würden ärztlich versorgt, der Oberstaatsanwalt der Region leite vor Ort die Ermittlungen, fügte er hinzu.

"Vorläufigen Informationen nach bestand das Motiv des Verdächtigen in Hass gegenüber den Lehrern der Schule und den Nonnen vor dem Hintergrund persönlicher Abneigungen", teilte ein Informant der Nachrichtenagentur Interfax mit. Demnach hatte der junge Mann in der Vergangenheit über Bullying geklagt. (André Ballin aus Moskau, APA, red, 13.12.2021)