Ein Impfzentrum in London. Auch in Großbritannien verbreitet sich Omikron immer rascher.

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Die Ausbreitung der zuerst im südlichen Afrika aufgetretenen Omikron-Mutation des Coronavirus nimmt weiter an Fahrt auf und ist drauf und dran, die dominante Variante zu werden.

In Großbritannien stieg die Zahl der bekannten Fälle von Infektionen mit Omikron um 1.239 auf 3.137, doch die Regierung geht davon aus, dass die Zahlen mindestens zehnmal so hoch sind. Experten glauben, dass es bereits mehr als 50.000 Fälle gibt. Während der Omikron-Anteil an den Gesamtinfektionen zuletzt exponentiell stieg, werden Gesundheitsminister Sajid Javid zufolge jedoch nur rund zehn Omikron-Infizierte in Spitälern behandelt.

Am Montag wurde der erste auf Omikron zurückzuführende Todesfall bekannt. Die Zahl der Infektionen verdoppelte sich alle zwei bis drei Tage, sagte Javid, in London seien bereits 40 Prozent der Neuinfektionen darauf zurückzuführen. Doch auch bei einem milden Verlauf könnte es zu einer hohen Zahl von Hospitalisierungen kommen. Premierminister Boris Johnson rief die britischen Bürger dazu auf, sich eine dritte Impfung zu holen. Auch Javid konstatiert, man sei "wieder einmal im Rennen zwischen Impfungen und dem Virus".

Dominant in Dänemark

Den besten Überblick über die Ausbreitung von Omikron in einem europäischen Staat hat man in Dänemark, wo nicht nur am meisten getestet, sondern auch am meisten sequenziert wird. Dort haben die Experten um den dänischen Forscher Peter Reinhard Hansen bereits letzte Woche hochgerechnet, dass Omikron am Dienstagabend dominant werden könnte, also dass mehr als 50 Prozent der neuen Infektionsfälle darauf zurückgehen werden.

Am Sonntag wurde die Prognose leicht abgeändert, Omikron soll nun erst ab Mittwoch dominant sein und zu Weihnachten etwa 97 Prozent aller Infektionen ausmachen. Hansen zeigt anschaulich, wie infektiös Omikron im Vergleich zur Variante Alpha ist, die bei uns Anfang 2021 das Infektionsgeschehen übernahm: Die tägliche relative Zunahme von Omikron entspricht der wöchentlichen relativen Zunahme von Alpha, der britischen Mutation im Vorjahr. Hansen sieht jedoch auch hinweise für eine Verlangsamung des Zuwachses.

Restriktionen beim Reisen

Am Sonntag teilte Südafrikas Präsidentenbüro mit, dass Staatspräsident Cyril Ramaphosa positiv getestet wurde und die Amtsgeschäfte für eine Woche an seinen Stellvertreter David Mabuza übergeben muss. Der 69-jährige Ramaphosa habe leichte Symptome und sei vollständig geimpft. Der Omikron-Anteil der Infektionen kletterte in Südafrika auf mittlerweile rund 80 Prozent der Fälle.

Auch Österreichs Neobundeskanzler Karl Nehammer muss sein Programm wegen Omikron ändern: Die für Ende Dezember geplante Israel-Reise kann wegen der herrschenden Restriktionen nicht stattfinden. Israel hat die Einreisebeschränkungen verlängert, die Grenzen bleiben für Ausländer bis knapp vor Weihnachten geschlossen. Vor einem Monat war Nehammer noch als Innenminister in Israel gewesen, eigentlich wollte sowohl sein Vorvorgänger Sebastian Kurz schon im Oktober als auch dessen Nachfolger Alexander Schallenberg im Dezember den israelischen Premier Naftali Bennett besuchen. (red, 13.12.2021)