Adi Hütter kann es nicht fassen.

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Mönchengladbach – Adi Hütter ging nach dem Schlusspfiff mit hängenden Schultern über den Rasen, der Trainer tröstete seine auf dem Boden kauernden Spieler. Die Alarmglocken bei Borussia Mönchengladbach schrillen nach der bitteren 2:3 (1:1)-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt lauter denn je – und die "Hütter raus"-Rufe der Eintracht-Fans in Richtung ihres Ex-Trainers schmerzten zusätzlich.

"Es war eine unverdiente Niederlage. Ich habe eine Mannschaft gesehen, die in der ersten Halbzeit mindestens 2:0 führen muss – und dann bringen wir uns selbst in Bedrängnis. Nach dem 2:2 darf es dann nicht sein, dass wir postwendend das 2:3 bekommen. Am Ende haben wir leidenschaftlich gekämpft."

Frankfurt-Trainer Oliver Glasner sah das freilich ein wenig anders. "Wie sich die Jungs in die Bälle reingeschmissen haben und wenn mal einer durchgekommen ist, dann war Kevin Trapp da – das zeichnet uns einfach aus. Das gemeinsame Fighten für den Erfolg. Deshalb denke ich, dass es nicht ganz unverdient ist", sagte der 47-jährige Salzburger.

Unglück

Eine Trainerdiskussion um Hütter bezeichnete Sportdirektor Max Eberl bereits als "absurd", daran ändert auch die unglückliche Niederlage gegen die Frankfurter nichts.

Schließlich hat der Club 7,5 Millionen Euro für den Vorarlberger auf den Tisch gelegt. Eberl weiß, dass Hütter mit seiner Ruhe und Erfahrung nicht den Kopf verlieren und Lösungen finden wird. "Wenn die Mannschaft so arbeitet, werden wir da auch wieder rauskommen", sagte der Chefcoach. Für ihn spricht auch, dass er sich nicht permanent über die schwierige Personalsituation beklagt. Gegen Frankfurt fehlten mit Jonas Hofmann, Lars Stindl und Nico Elvedi drei wichtige Stammspieler. Andere laufen ihrer Form hinterher. Der noch nicht voll fitte Stefan Lainer saß wie Hannes Wolf auf der Ersatzbank.

Spielern, deren Verträge zum Saisonende auslaufen, wird teilweise vorgeworfen, dass sie sich mehr mit ihrer persönlichen Zukunft beschäftigen als mit dem Verein. Hütter will den Kader im Winter "durchforsten", wie er ankündigt.

Kritisiert wurden die Gladbacher in der jüngsten Vergangenheit auch für ihren Einsatz, an den vergangen beiden Spieltagen lieferte die Hütter-Truppe die schlechteste Laufleistung aller deutschen Bundesligisten ab. "Die Frage ist immer: Wie kriege ich meine Tugenden auf den Platz? Es ist so, dass wir im Kollektiv manchmal falsche Entscheidungen treffen. Dass einer für sich losläuft und der andere nicht hinterherschiebt und dass wir dieses Gemeinschaftsgefühl nicht so richtig auf den Platz kriegen", sagte Stürmer Lars Stindl.

Adi Hütter: "Das sind schon ernüchternde Zahlen. Entweder schaffen wir es, dass wir die nötigen Meter machen, oder wir müssen an dem einen oder anderen Hebel drehen." (sid, red, 16.12.2021)