Porsches waren auch heuer gefragt. Die Porsche Holding berichtet mit 1.229 Neuzulassungen vom zweitbesten Jahr in der Geschichte.

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Wien – Chipkrise, Fachkräftemangel, Lieferkettenprobleme und steigende Preise für Rohstoffe: Die Autoindustrie stand heuer vor einem Rucksack voller Probleme. In den Zulassungszahlen spiegelt sich das deutlich wider. Die Pkw-Neuzulassungen waren auch im November rückläufig. 17.519 Autos wurden neu registriert, ein Minus im Jahresvergleich von 12,6 Prozent. Über das gesamte Jahr gesehen wird sich die Delle glätten, wie die Zahlen der heimischen Statistiker zeigen.

Insgesamt werden heuer in etwa so viele Pkws neu zugelassen werden wie 2020. Damals lag die Zahl bei 248.740. Der Unterschied zum Vorkrisenniveau ist allerdings dramatisch: Seit Jahresbeginn 2021 wurden 222.155 Pkws neu zugelassen. Das sind um mehr als ein Viertel weniger als 2019. Mit ein Grund: Bei den großen Herstellern stehen immer wieder einmal Bänder still, bei den Händlern stockt der Nachschub. Konsumenten, die sich ein neues Auto zulegen wollen, müssen Geduld aufbringen.

Achterbahnfahrt

Vor diesem Hintergrund zeigt sich die Porsche Holding, Generalimporteur des VW-Konzerns in Österreich und weiteren 28 Ländern, zufrieden mit dem Erreichten im abgelaufenen Jahr. Man habe ein durch eine Achterbahnfahrt geprägtes Jahr gemeistert. Die Salzburger konnten mit 669.500 verkauften Neufahrzeugen gegenüber dem Vorjahr sogar leicht um 2,4 Prozent zulegen. Der Wermutstropfen: Die Nachfrage wäre höher gewesen. Ein gutes Argument andererseits für Hersteller und Händler, auf Rabattschlachten zu verzichten. Das wiederum besserte deren Margen auf. Unter anderem mangels Nachschubs an Gebrauchten gab es einen Rückgang beim Gebrauchtwagenabsatz von zwei Prozent, auch die Zahl der Händlerstandorte schrumpfte leicht.

Für den Gesamtautomarkt in Österreich erwartet Porsche Holding-Chef Hans Peter Schützinger das schlechteste Jahr seit 1984 und ist damit bedeutend pessimistischer als die heimischen Statistiker. Es werde ein Absatzminus von 3,5, im schlechtesten Fall auch von vier Prozent geben. Rechne man die Ein-Tages-Zulassungen und die massiven Rabattschlachten der Vergangenheit raus, dann sei es "nicht so schlecht gelaufen", sagt Schützinger bei der Präsentation der Zahlen in Wien. "Es wurde kein Geld vernichtet, sondern vernünftig verkauft." Bei der Porsche Holding liege der Auftragsbestand beim Zweieinhalbfachen des üblichen Werts. Eine Rückkehr zur Vorkrisensituation erwartet man allerdings erst in zwei bis drei Jahren.

Fehlende Arbeitskräfte

Einen Flaschenhals stelle auch für Porsche Holding mit insgesamt 34.100 Mitarbeitern der allerorts beklagte Mangel an qualifiziertem Personal dar. "Wir haben überall Mitarbeitermangel", so Schützinger. Man spüre dies vor allem bei IT-Fachleuten (die unter anderem in der Porsche Informatik mit 700 Mitarbeitern gefragt sind, Anm.), die schon an Universitäten im benachbarten Ausland gesucht würden, aber auch bei Werkstattpersonal. Als eine der Antworten darauf wurde der Betriebskindergarten bereits einmal ausgebaut, ein dritter Ausbauschritt steht bevor. Zudem bilde man emsig Lehrlinge aus.

Gut performte – wie so oft in Krisenjahren – das Luxusprodukt des Hauses – Porsche. Die Salzburger berichten mit 1229 Neuzulassungen vom zweitbesten Jahr in der Geschichte. Sehr gut lief es im Corona-Jahr auch für die VW-Konzernmarken Bentley und Ducati, die ein zweistelliges Plus verzeichneten. Insgesamt gab es heuer bei sämtlichen Konzernmarken in Österreich mit 83.146 Stück einen stabilen Absatz. Für 2022 zeigt man sich zuversichtlich und erwartet deutlich mehr Auslieferungen als heuer. Auch wenn die Erholung des gesamten Marktumfeldes nur langsam vorankomme. (rebu, 16.12.2021)