Mehr als 300.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

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Manila –Auf den Philippinen hat der bisher stärkste Taifun des Jahres nach Angaben des nationalen Katastrophenschutzes mindestens 31 Menschen das Leben gekostet. Alleine 16 Tote habe es in der zentralen Provinz Cebu etwa 570 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila gegeben, hieß es am Samstag.

Zuvor hatten die Behörden bis zu 24 Todesopfer vermutet. Besseres Wetter in den besonders betroffenen Regionen im Süden und der Mitte des Inselstaates hatten am Samstag die Rettungsarbeiten und die Übersicht über die Schäden erleichtert.

300.000 Menschen evakuiert

Der Taifun hatte am Donnerstag und Freitag schwere Schäden auf mehreren Inseln im Süden des Landes angerichtet, Stromleitungen wurden abgerissen und zahlreiche Dörfer überflutet. Mehr als 300.000 Menschen mussten ihre Häuser zwischenzeitlich verlassen. Aufnahmen zeigten über weite Flächen reichende Schäden, viele Häuser ohne Dächer oder dem Erdboden gleichgemacht, Bäume umgeknickt oder ohne Blätter sowie Trümmer überall.

Der Chef des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes auf den Philippinen, Alberto Bocanegra, warnte, dass sich die Unterbrechung der Stromversorgung auf die Wasserversorgung auswirken werde, was Bedenken hinsichtlich Hygiene und Krankheiten aufkommen lasse.

Rai war am Donnerstag auf Siargao auf Land getroffen. Angesichts von Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Stundenkilometern wurde er als Super-Taifun eingestuft. Laut philippinischer Meteorologiebehörde schwächte Rai sich am Freitag auf Windgeschwindigkeiten von bis zu 155 Stundenkilometern ab und bewegte sich in Richtung der bei Touristen beliebten Insel Palawan. Von dort zog er in der Nacht zum Samstag Richtung Südchinesisches Meer und Vietnam weiter.

Super-Taifun

Taifun Rai, von den Einheimischen als "Odette" bezeichnet, traf die Philippinen zum Ende der Taifun-Saison. Die meisten heftigen Wirbelstürme entwickeln sich zwischen Juli und Oktober. Ein Super-Taifun entspricht in den USA einem Hurrikan der Kategorie fünf. Weltweit ereignen sich in der Regel etwa fünf Stürme dieser Stärke pro Jahr.

Die Philippinen werden jedes Jahr von durchschnittlich 20 Stürmen und Taifunen heimgesucht, die Ernten, Häuser und Infrastruktur in ohnehin strukturschwachen Gebieten zerstören. Durch den Klimawandel und die damit steigenden Meerestemperaturen nehmen Wirbelstürme in ihrer Zahl und Intensität zu. Die Philippinen gelten daher als eines der am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffenen Länder der Welt.

Der stärkste jemals registrierte Zyklon auf den Philippinen war der Super-Taifun "Haiyan". Durch den Sturm 2013 gab es mehr als 7.300 Tote und Vermisste. (APA, 18.12.2021)