Der Traunstein gilt als Hausberg der Oberösterreicher und ist ein begehrtes Bergziel.

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Linz – Wenn der Berg ruft, muss man auch irgendwie hinkommen. Im Fall des Traunsteins nutzten bislang die meisten Bergfexe den Umkehrplatz am Ende der Traunsteinstraße am Ostufer des Traunsees, um die Autos zu parken.

Beliebt ist der Stellplatz vor allem deshalb, weil man von dort unmittelbar zu einer Tour, etwa zur Mairalm, dem Miesweg oder eben gleich auf den Gmundner Hausberg, aufbrechen kann. Der Beliebtheit unter Wandervögeln zuträglich war auch das Faktum, dass man bis dato dort gratis parken konnte.

Was der Gmundner Gemeinderat jetzt aber per Beschluss geändert hat. Künftig müssen Parker in der Wandersaion zwischen 1. April und 31. Oktober mitunter tief in die Tasche greifen. Die von der Stadt nun beschlossene Gebührenpflicht sieht zehn Euro für drei Stunden vor. Wer einen ganzen Tag parkt, zahlt 25 Euro. Ein Zweitagesticket wird es geben, das dann eben 50 Euro kostet. Wer auf einer der Hütten am Traunstein übernachtet, soll zumindest zehn Euro Rabatt zurückerstattet bekommen. Wer ohne gültiges Ticket unterwegs ist, muss mit Besitzstörungsklagen rechnen.

Sommerliches Verkehrschaos

Hintergrund ist, dass man vonseiten der Stadt Gmunden das vor allem sommerliche Verkehrschaos "Unterm Stoa" nach Jahrzehnten in den Griff bekommen will.

Doch nicht nur das massive Verkehrsaufkommen belastet die Anrainer: Falschparker haben in den vergangenen Jahren immer wieder für ein zusätzliches Verkehrschaos gesorgt und des Öfteren die Arbeit von Einsatzkräften erheblich behindert.Für den Gmundner Bürgermeister Stefan Krapf (VP) stehen vor allem die Anrainer der Traunsteinstraße im Vordergrund. Sie brauchten eine Verkehrsberuhigung. Bereits im Sommer 2020 habe man eine Drei-Stunden-Kurzparkzone auf der gesamten Traunsteinstraße in Kombination mit einem Wanderbus und einem Traunsteintaxi eingeführt. Und jetzt eben die Maßnahmen mit der Einführung der Parkgebühren nochmals verschärft.

Zweiter Anlauf

Wobei: Wenn es nach dem Bürgermeister gegangen wäre, hätte dies bereits im Frühling passieren sollen. Damals liefen aber noch Naturfreunde, Alpenverein und die Hüttenwirte erfolgreich gegen die Gebühr Sturm. Dass die Parkgebühren jetzt mit Verspätung doch kommen, hat erwartungsgemäß nicht zur Entspannung unter den Gegnern beigetragen. Die umliegenden Hüttenbetreiber fürchten vor allem einen massiven Rückgang beim Tagesgeschäft. Einig ist man sich jedoch auf Kritikerseite, dass der steigende Verkehr am Ostufer eine Stopptafel braucht.

Naturfreunde "enttäuscht"

Kurt Kramesberger, Vorsitzender der Naturfreunde Gmunden, sieht in der Einführung der Parkgebühr keine Lösung: "Der Verkehr wird nicht weniger. Viele werden zum Parkplatz fahren und dann wieder umdrehen." Und etliche würden wohl "gar nicht mehr kommen".

Weit sinnvoller wäre, so Kramesberger, ein öffentlicher Bus, der mit dem Klimaticket genutzt werden könnte. "Maßlos enttäuscht" ist der Naturfreunde-Chef jedenfalls vom Gmundner Bürgermeister und dem Stadtrat: "Man hat das einfach durchgezogen. Ohne ein weiteres Gespräch mit den drei betroffenen Hüttenwirten und den beiden Bergsteigervereinen." (Markus Rohrhofer, 23.12.2021)