Viele verlieren an Amazons smartem Lautsprecher Alexa schnell ihr Interesse.

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Auch in diesem Jahr landeten wieder viele Alexa-Lautsprecher des Online-Riesens Amazon unter dem Weihnachtsbaum. Der digitale Sprachassistent war in der Vergangenheit immer wieder dafür kritisiert worden, dass Mitschnitte von privaten Konversationen transkribiert und ausgewertet werden. Interne Dokumente zeigen nun aber ein gänzlich anderes Problem auf: Bis zu einem Viertel aller Alexa-Besitzer haben bereits nach nur einer Woche keine Verwendung mehr für den smarten Lautsprecher, berichtet Bloomberg.

Wenig Verwendung für Alexa

Dem internen Bericht zufolge, der den Zeitraum von 2018 bis 2021 umspannt, fingen die neu gekauften bzw. aktivierten Alexa-Geräte schon nach wenigen Tagen zum Verstauben an. 15 bis 25 Prozent interagierten bereits in der zweiten Woche überhaupt nicht mehr dem Lautsprecher. Die Zahlen der Nutzer, die Alexa mindestens einmal pro Woche benutzen, sind ebenfalls bescheiden. Bei kleineren Geräten wie Echo oder Echo Dot sind es nur knapp über die Hälfte.

Ein weiteres Problem ist, dass die Mehrheit der Funktionen bereits in den ersten drei Stunden nach Aktivierung entdeckt werden. Features, die Besitzer nicht sofort nach dem Einschalten kapieren, bleiben offenbar für immer unentdeckt. Überhaupt wird der Lautsprecher viel weniger umfassend als persönlicher Assistent verwendet, als von Amazon eigentlich vorgesehen. Hauptsächlich wird er nur zum Abspielen von Musik, zum Einstellen eines Timers oder zum Einschalten des Lichts verwendet.

Hohe Kosten für Alexa

Die Kosten für die Alexa-Sparte sind den Amazon-Dokumenten zufolge enorm. 10.000 Angestellte sind dem Bereich zugeordnet. Für 2021 rechnet der Konzern nit Fixkosten von 4,2 Milliarden Dollar. Der Verlust pro verkauftem Gerät beläuft sich für das Jahr 2021 auf fünf Dollar. Bis 2028 will Amazon eigentlich zwei Dollar Gewinn pro Alexa erwirtschaften. (red, 25.12.2021)