Die Autos nach dem Angriff der Armee. Das Bild statt von der Miliz Karenni Nationalities Defense Force.

Foto: AP / KNDF

Naypyidaw – In Myanmar (früher Burma) sind am Wochenende neue Gräueltaten der Armee gegen Zivilisten bekannt geworden. Laut Berichten einer örtlichen Menschenrechtsgruppe, der Karenni Human Rights Group, und der britischen NGO Save the Children haben Soldaten mehr als 30 Menschen getötet und verbrannt.

Zuvor waren die Opfer aus einer Autokolonne gezerrt worden. Einige seien danach umgebracht worden, andere hätte die Armee festgenommen. Ihr Schicksal ist unklar.

Armee spricht von Zusammenstößen

Laut Save the Children handelte es sich bei den insgesamt 38 Getöteten um Zivilisten, die über Weihnachten in ihre Heimatdörfer unterwegs waren. Unter ihnen seien zwei Mitarbeiter der NGO gewesen. Anders als im Gesamtstaat Myanmar, in dem der Buddhismus dominiert, sind im Staat Kayah, in dem sich der Angriff zugetragen hat, mehr als die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner Christen.

Die Armee teilte über einen Sprecher mit, Soldaten hätten eine Autokolonne angehalten, die sich "verdächtig bewegt" habe. Anschließend habe es bei "Zusammenstößen" auch Tote gegeben. Weitere Details nannte der Sprecher nicht.

Weitere Gewaltwelle

Der Angriff war eine von vielen Gräueltaten, die der regierenden Militärjunta seit einem Putsch gegen die Konstituierung des neu gewählten Parlaments Anfang Februar vorgeworfen werden. Damals hatte die Armee eine neue Regierung unter Aung San Suu Kyi stoppen wollen, die seither in Arrest ist.

In weiterer Folge hatten sich zusätzlich zu den schon vorhandenen zahlreichen Milizen im Land bewaffnete prodemokratische Kräfte zur "People’s Defence Force" (PDF) zusammengeschlossen. Sie agiert mit Unterstützung von Vertretern der ehemaligen Regierung. Darüber hinaus gab es zahlreichen große friedliche Demonstrationen, die aber von der Junta gewaltsam niedergeschlagen wurden. (mesc, 27.12.2021)