Offizielle Codenamen für Android-Releases gibt es zwar schon ein paar Jahre nicht mehr, aber intern verwenden die Entwickler "Tiramisu" zur Bezeichnung von Android 13.

Foto: Joe Keller / AP

Noch keine drei Monate ist es her, da hat Google mit Android 12 eine neue Generation des weltweit am meisten genutzten Betriebssystems veröffentlicht. Doch das Rad der Entwicklung dreht sich unaufhörlich weiter. So läuft derzeit bereits das Betaprogramm für die nächste Softwareversion, eine vor allem mit dem Fokus auf größere Displays und Foldables entwickelte Version namens Android 12L. Doch parallel dazu arbeitet Google natürlich auch bereits an dem nächsten großen Update. Das ist zwar eigentlich erst für die Veröffentlichung im Spätsommer gedacht, und doch gibt es nun schon handfeste Informationen.

Tiramisu

Ein Leak einer internen Testversion verrät erste Details zu zentralen Neuerungen von Android 13, das den internen Codenamen "Tiramisu" trägt. So dürfte die kommende Softwaregeneration nicht zuletzt jene erfreuen, die mehrsprachig am Smartphone unterwegs sind. Künftig soll es nämlich möglich sein, die Spracheinstellungen je nach App individuell zu wählen, bisher gab es dafür nur systemweite Settings. Bei XDA Developers hat man auch bereits erste Bilder dieses Features im Angebot.

Grafik: XDA Developers

Benachrichtigungen

Im Verlauf der vergangenen Versionen hat Google das Berechtigungssystem von Android gröber umgebaut. Mit Android 13 scheint man diese Entwicklung fortzusetzen: So soll der Zugriff auf Benachrichtigungen stärker reguliert werden. Künftig müssen Apps explizit die Genehmigung der Nutzer einholen, bevor sie überhaupt Notifications anzeigen dürfen. Die Benachrichtigungen gesellen sich also in die Liste der sogenannten "Runtime Permissions", über die etwa auch der Zugriff auf Standort, Mikrofon oder Kamera geregelt wird.

Nicht zuletzt will Google damit wohl Apps in den Griff bekommen, die die Nutzer mit Benachrichtigungen regelrecht zuspammen. Angemerkt sei, dass es schon bisher möglich ist, einer App jegliche Auslieferung von Notifications zu untersagen. Neu ist insofern vor allem, dass nun eben vorab eine Erlaubnis eingeholt werden muss.

Ressourcenverteilung

Nicht minder interessant sind neue Bestrebungen zum Stromsparen. Unter dem Namen TARE (The Android Resource Economy) arbeitet Google nämlich auch hier an einem neuen System. Die Idee dahinter: Jede App bekommt eine gewisses Set an "Android Resource Credits", das ihr zur Verfügung steht und das für die Abwicklung von Tasks aufgebraucht werden kann. Diese Credits hängen zusätzlich noch von anderen Faktoren wie dem Akkustand oder den Bedürfnissen der jeweiligen App ab. All das soll natürlich selbstlernend sein und smarter mit Systemressourcen umgehen – im Endeffekt also vor allem stromsparender. Allerdings gilt es hier noch auf offizielle Informationen von Google zu warten, um zu wissen, wie das System dann im Detail funktioniert.

Vermischtes

Mit Android 12 hat Google die Grundlage für Bluetooth Low Energy Audio gelegt, mit Android 13 soll sich das Ganze dann auch wirklich aktiv nutzen lassen, neu ist dabei etwa die Unterstützung für das LC3 Codec. Der Support für BLE Audio verspricht vor allem eines – reduzierten Stromverbrauch bei der Nutzung entsprechender Geräte. Bisher wird BLE bei Android nur für Datentransfers genutzt. Passend dazu arbeitet Google übrigens gerade daran, den gesamten Bluetooth-Bereich in ein "Project Mainline"-Modul auszulagern. Solche Module werden zentral von Google und unabhängig vom jeweiligen Gerätehersteller aktualisiert. Ob diese Auslagerungsarbeiten für Android 13 fertig werden, muss sich aber erst zeigen.

Mit der kommenden Version soll zudem eine weitere Beschränkung von Android aufgehoben werden: Bisher war kontaktloses Bezahlen via NFC immer nur mit dem primären Nutzer auf einem Gerät möglich, künftig soll dies auch mit anderen Usern auf einem Multi-User-Gerät gehen. Dazu sollen noch weiter Anpassungsmöglichkeiten für den Lockscreen von Android kommen. Vor allem aber ist das eben erst eine frühe Testversion, bis zur fertigen Release kommen hier erfahrungsgemäß noch viele weitere Verbesserungen hinzu.

Ausblick

Abzuwarten bleibt, wann die erste offizielle Developer-Preview von Android 13 veröffentlicht wird. In den vergangenen Jahren war es bereits im Februar so weit, das würde sich aber heuer mit dem Betaprogramm für Android 12L überschneiden, das voraussichtlich im März in einer stabilen Version erhältlich sein wird. Eine fertige Version von Android 13 dürfte es jedenfalls dann irgendwann im Spätsommer oder Frühherbst geben – zwischen Anfang August und Anfang Oktober lagen hier zuletzt die Veröffentlichungszeiträume. (Andreas Proschofsky, 27.12.2021)