In den USA stiegen die Infektionszahlen zuletzt dramatisch an, die Regierung setzt dennoch auf Testen und Impfen und keine neuen Einschränkungen.

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Die Warteschlange für die Impfung im Kölner Dom während der Feiertage. In deutschen Bundesländern gelten mit Montag bzw. Dienstag verschärfte Maßnahmen.

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Berlin/London/Washington – Mit rasanter Geschwindigkeit tritt ein, was prognostiziert wurde: Omikron breitet sich immer weiter aus, ist in vielen Ländern schon die dominante Coronavirus-Variante. Am Feiertagswochenende verzeichneten zahlreiche Staaten Höchststände an Neuinfektionen, unter anderem das Vereinigte Königreich, China, Italien, Frankreich und die USA.

Viele Länder, auch Österreich, verordneten deshalb verschärfte Maßnahmen für nach Weihnachten: In Deutschland gilt spätestens mit Dienstag auch für Geimpfte eine Kontaktbeschränkung auf maximal zehn Personen. Clubs schließen, und Fußballspiele und andere Großveranstaltungen müssen vor leeren Rängen stattfinden. Am Montag bekräftigte die deutsche Regierung ihr Ziel, Schulen und Kindergärten offen zu halten.

Auch in Finnland treten am Dienstag Verschärfungen in Kraft: Lokale müssen um 18 Uhr und Restaurants um 20 Uhr schließen. Alkohol darf nur noch bis 17 Uhr ausgeschenkt werden. Bars und Nachtclubs dürfen nur noch zur Hälfte ausgelastet sein, Restaurants maximal bis zu 75 Prozent.

In Frankreich gilt ab 15. Jänner eine 2G-Regel, ein negativer Test wird für den Besuch von Veranstaltungen, Restaurants oder für Fernreisen nicht mehr anerkannt. Die Auffrischungsimpfung kann zudem schon nach drei Monaten wahrgenommen werden. In Innenstädten kommt eine Maskenpflicht. Eine Ausgangssperre sei dagegen nicht geplant.

Eine Homeoffice-Pflicht greift während der ersten drei Jännerwochen an drei Tagen in der Woche – wo es möglich ist, auch an vier Tagen. Der Konsum von Getränken und Essen im Nahverkehr, in Sportstätten und in Kinos wird untersagt, in Restaurants darf nur noch im Sitzen getrunken und gegessen werden.

Homeoffice-Pflicht in Portugal

In Portugal gelten bereits seit Samstag Verschärfungen: Ab dem 25. Dezember wurde die Arbeit von zu Hause aus – überall dort, wo es möglich ist – Pflicht. Clubs und Bars mussten schließen. Die Testpflicht beim Betreten öffentlicher Innenräume wurde unter anderem auch auf Hotels ausgeweitet. Zu Silvester dürfen sich auch im Freien höchstens zehn Personen versammeln und dabei keinen Alkohol konsumieren.

Auch in China wurde nachgeschärft: Mehrere Tage nach der Verhängung eines Lockdowns in Xi’an gelten nun die "strengsten sozialen Kontrollmaßnahmen", wie die Stadtverwaltung am Montag mitteilte. Privatfahrzeuge dürften nur noch in der Millionenstadt unterwegs sein, wenn ihre Fahrer direkt an der Eindämmung des Corona-Ausbruchs beteiligt seien.

Im Vereinigten Königreich, wo Boris Johnson vergangene Woche noch neue Maßnahmen abgelehnt hatte, hat sich der Premier am Montag über die aktuelle Omikron-Lage inklusive Feiertagszahlen briefen lassen. Zuletzt wurde in England lediglich die Quarantäne für Infizierte von zehn auf sieben Tage verkürzt, um Ausfälle in systemrelevanten Bereichen zu reduzieren. In den anderen Landesteilen Schottland, Nordirland und Wales wurden hingegen bereits Kontaktbeschränkungen verhängt.

Mehr Kinder im Spital

Die vielen Ansteckungen wirbelten bereits diverse Flugpläne durcheinander: In den vergangenen Tagen fielen tausende Flüge aus. Allein in den USA sind am Wochenende rund 1.700 Flüge innerhalb der, in die oder aus den USA gestrichen worden, weil so viel Personal ausgefallen war. Zuletzt hatte das Land fast 190.000 Neuinfektionen pro Tag verzeichnet, neue Einschränkungen wurden dennoch nicht verhängt.

Ob sich die Ansteckungen auch auf die Intensivstationen auswirken, wird sich in den kommenden Tagen im Detail zeigen. New Yorker Gesundheitsbehörden haben zuletzt aber bereits eine Zunahme der Krankenhauseinweisungen von Kindern gemeldet. In der Stadt wurde seit Anfang des Monats "ein vierfacher Anstieg der Covid-19-Spitalseinweisungen bei Kindern unter 18 Jahren festgestellt", wie die Behörden in einer Erklärung vom Freitag mitteilten. Ungefähr die Hälfte davon sei jünger als fünf Jahre. (maa, 27.12.2021)