Der Notch, die schwarze Display-Aussparung, sollte beim iPhone 14 durch ein Kameraloch ersetzt werden.

Foto: Richard Drew/AP

Nachdem die verkaufsstarke Vorweihnachtssaison vorüber und einige Millionen aktuelle iPhones unter dem Christbaum gelandet sind, richtet sich die Aufmerksamkeit bereits ganz auf das kommende Apple-Smartphone. Tatsächlich steht der US-Konzern beim iPhone 14, das für den Herbst erwartet wird, unter Zugzwang. Denn nach einem größeren Redesign im Vorjahr beschränkte sich Apple beim iPhone 13 auf Feinjustierung. Zuletzt hieß es zudem, dass die Nachfrage nach den teuren Geräten unerwartet schwächle.

Kameraloch statt Notch

Ungeachtet dessen, ob sich das abgeschwächte Kaufinteresse bestätigt oder einfach nur durch Lieferengpässe zu erklären ist, muss Apple aufpassen, technisch nicht hinter die Konkurrenz zurückzufallen. Der sogenannte Notch, eine schwarze Aussparung mitten im Display, unter dem Kamerasystem und Sensoren versteckt sind, ist bei anderen Herstellern längst verschwunden. Auch beim iPhone 14 verdichten sich die Hinweise, dass Apple stattdessen auf ein kleines schwarzes Loch setzen will.

Dazu müsste die aufwändige Gesichtserkennung, die unter anderem auf eine Infrarotkamera setzt, komplett überarbeitet und quasi unter dem Display verbaut werden. Aus Zuliefererkreisen heißt es, dass zumindest auf den Pro-Modellen der Notch Geschichte sein könnte. Gerüchte, wonach Apple wie andere Hersteller einen unsichtbaren Fingerprintsensor unter dem Bildschirm verstecken könnte, kursieren ebenfalls bereits seit Jahren, gelten aber als unwahrscheinlich.

48 statt 12 Megapixel

Als sicher gilt, dass Apple beim iPhone 14 einmal mehr mit hervorragenden Kameras punkten will. Schon bisher zählte der US-Konzern hinsichtlich Nachtmodus, Sensoren und bei den Videostabilisatoren zu den Spitzenreitern. Die Megapixelauflösung ist zwar ein Wert, mit dem Hersteller gerne hausieren gehen. In der Praxis sind andere Faktoren wie Blende, Objektivwinkel sowie Software-Algorithmen mindestens ebenso wichtig.

Dennoch sollen die Kameras des iPhone 14 erstmals mit einer Auflösung von 48 statt 12 Megapixel aufwarten. In Arbeit befindet sich offenbar auch eine Periskopkamera, mit der deutlich besserer optischer Zoom möglich sein wird. Ob es diese Funktion bereits in das nächste iPhone schafft oder doch erst 2023 zu erwarten ist, ist derzeit noch unklar.

Keine physische SIM mehr?

Für besonders viel Diskussion sorgen derzeit allerdings die Teile des Smartphones, die Apple weglassen möchte. So halten sich hartnäckige Gerüchte, dass der US-Konzern über kurz oder lang ganz auf das Laden mittels Kabel und Lightning-Anschluss verzichten will und ganz auf induktives Laden setzt. Nachdem es um diese Spekulationen zuletzt still geworden ist, gilt so ein radikaler Schritt schon beim iPhone 14 eher als unwahrscheinlich.

Konkreter sind die Hinweise hingegen, dass Apple den physischen SIM-Kartenslot eliminieren möchte. Schon jetzt können die iPhones zusätzlich zur haptischen SIM-Karte mit einer E-SIM-Karte verwendet werden, die man mittels Code beim jeweiligen Netzbetreiber aktiviert. Ein Insider berichtete, dass Apple die großen US-Betreiber bereits darauf einstimme. Da die digitalen SIM-Karten nicht überall auf der Welt verfügbar sind, könnte Apple in ausgewählten Regionen mit einem Testballon starten.

Faltbares iPhone

Eher unwahrscheinlich ist, dass sich das Design – abgesehen von der Display-Aussparung – im Vergleich zum Vorjahr stark verändern wird. Auch ein faltbares iPhone, an dem Apple angeblich arbeiten soll, dürfte frühestens 2023 realistisch sein. Was das iPhone Mini anlangt, das bei einigen Liebhabern kleinerer Handys Anklang fand, dürfte mit dem iPhone 14 damit Schluss sein. Die Mini-Modelle verkauften sich einfach nicht gut genug. (step, 29.12.2021)