Im Juni trafen sich die beiden Präsidenten Putin und Biden in der Schweiz.

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Washington – US-Präsident Joe Biden und sein russischer Kollege Wladimir Putin wollen am Donnerstagabend miteinander telefonieren, erklärte ein Kreml-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Im Gespräch der beiden Staatsoberhäupter werde es um eine "Reihe von Themen" einschließlich der für Jänner geplanten diplomatischen Gespräche mit Russland gehen, teilte das Weiße Haus mit. Biden habe im Vorfeld mit Staats- und Regierungschefs in Europa gesprochen.

Die US-Regierung führe derweil ihre Gespräche mit "europäischen Verbündeten und Partnern" über den massiven russischen Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine fort, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats der USA, Emily Horne. Dabei gehe es darum, eine "gemeinsame Herangehensweise in Antwort" auf das russische Vorgehen festzulegen.

Das Verhältnis zwischen den USA und Russland war zuletzt insbesondere wegen der Situation in der Ukraine angespannt. Die beiden Präsidenten hatten vor einigen Wochen in einer Video-Schaltung über die Krise diskutiert. Putin sprach sich zuletzt für ein persönliches Treffen mit Biden aus.

Angespannte Lage

Der Westen sorgt sich derzeit wegen eines massiven russischen Truppenaufmarsches an der Grenze zur Ukraine. Es gibt es Befürchtungen, Moskau könnte das Nachbarland angreifen. Russland dementiert jegliche Angriffspläne, weist Kritik an den Truppenbewegungen zurück und wirft seinerseits Kiew und der Nato "Provokationen" vor.

Am Wochenende gab es zwar erste Signale der Entspannung. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, die Armee habe ihre Militärmanöver nahe der ukrainischen Grenze beendet. Mehr als 10.000 Soldaten seien in ihre Stützpunkte zurückgekehrt. Die scharfen Töne zwischen Moskau und Kiew hielten jedoch an.

In der Ostukraine herrscht bereits seit 2014 Krieg zwischen prorussischen Rebellen und der ukrainischen Armee. Die Ukraine und westliche Staaten werfen Moskau vor, die Separatisten militärisch zu unterstützen, was der Kreml bestreitet. Bereits am Dienstag wurde bekannt, dass Vertreter der USA und Russlands am 10. Jänner über den Ukraine-Konflikt sowie über Atomwaffenkontrolle beraten wollen. (Reuters, APA, red, 29.12.2021)