Vergangenes Jahr feierte der wohl berühmteste "Dauerbrenner" Asiens, wenn nicht der Welt, ein rundes Jubiläum: Seit 50 Jahren lodern Flammen aus dem Gaskrater von Derweze, der sich in der zentralasiatischen Karakum-Wüste in Turkmenistan befindet. Vor allem nach Einbruch der Dunkelheit hinterlässt das "Tor zur Hölle" einen gewaltigen und unheimlichen Eindruck. Ein Spektakel, das vor allem bei Touristen beliebt ist – und aus einer gewaltigen Fehleinschätzung heraus entstand.

Die Geschichte begann angeblich 1971, als Ingenieure der damaligen Sowjetunion auf der Suche nach ertragreichen Ölvorkommen im Herzen der Karakum in der Teilrepublik Turkmenistan fündig geworden waren – oder zumindest glaubten sie das zunächst.

Bei Einbruch der Dunkelheit hinterlässt das "Tor zur Hölle" einen gewaltigen und unheimlichen Eindruck.
Foto: AP/Alexander Vershinin

Schnell waren Bohrtürme errichtet worden, und noch während das Bohrgestänge die ersten paar Meter vorgetrieben wurde, stellte sich auf dramatische Weise heraus, dass man einem Irrtum aufgesessen war: Man war nicht auf Öl, sondern auf eine gewaltige Erdgasblase gestoßen. Der Boden unter der Plattform gab nach, und ein rund zwei Dutzend Meter tiefes Loch mit einem Durchmesser von rund 70 Metern tat sich auf.

Löschversuche erfolglos

Um zu verhindern, dass sich die gefährlichen Gase ausbreiten, wurde damals beschlossen, diese anzuzünden. Keine gute Idee, wie man kurz darauf feststellen musste. Statt nach wenigen Tagen auszugehen, entwickelte sich das Feuer zum Dauerbrenner. Alle Löschversuche blieben erfolglos. Im Jahr 2018 benannte dann Turkmenistans Staatschef Gurbanguly Berdimuhamedow das "Tor zur Hölle" in "das Leuchten von Karakum" um.

Geht es nach Turkmenistans Staatschef, soll der Dauerbrand, eine Touristenattraktion, bald gelöscht werden.
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Doch nun soll Schluss sein mit dem Spektakel, das jedes Jahr viele Touristen anlockt und von denen viele in Zelten unweit des Kraters übernachten, wie Travelnews berichtet. Das Schweizer Newsportal für Tourismus und Reisen bezieht sich auf einen einschlägigen Beitrag bei Turkmen.news: Denn Berdimuhamedow will jetzt dem Gaskrater "den Schlund stopfen". In einer vom Staatsfernsehen am 7. Jänner übertragenen Rede wies der Präsident die zuständigen Beamten an, einen Weg zu finden, um die Flammen im Derweze-Krater zu löschen – weil der brennende Krater der Umwelt schade und der Gesundheit der in der Nähe lebenden Menschen gefährde, sagte Berdimuhamedow. Zudem verliere das Land durch das Abbrennen wertvolle natürliche Ressourcen. Auf diese Art verliert es jedenfalls zumindest eine touristische Attraktion und Einnahmequelle. (red, 10.1.2022)