Angesichts der (zugegeben vorpandemischen) Berichte über von Urlaubern überrannte Orte – Stichwort Overtourism –, Umweltverschmutzung und sonstiger negativer Auswirkungen des Massentourismus hat sich die "New York Times" zum Ziel gesetzt, 52 Orte auf der ganzen Welt zu zeigen, wo nachhaltigeres Reisen möglich ist. Und wo vor Ort auch entsprechende Initiativen in diese Richtung gesetzt werden. Wir haben uns die europäischen "Places for a Changed World 2022" aus dieser Liste herausgepickt.

Northumberland, England

Großbritanniens vielfältige Küstenlinie, von den Klippen von Dover bis zu den Strandpromenaden von Brighton, wird bald ein verbindendes Element haben: den 2.800 Meilen langen England Coast Path. Der Pfad, der zum Teil von der Regierungsorganisation Natural England entwickelt wurde, soll den öffentlichen Zugang zur Küste verbessern und gleichzeitig Landschaften wiederherstellen, die Verbindung zu den Gemeinden verbessern und nachhaltiges Reisen fördern.

Blyth Beach in Northumberland
Foto: AP/Owen Humphreys

Zu den bereits eröffneten Wegabschnitten gehört ein 70 Kilometer langer Abschnitt im Nordosten, vom Fluss Tyne bis zur Küste von Northumberland, die der Inbegriff des rauen Englands ist: neblige Dünen, felsige Landzungen, wilde Strände. Der Northumberland International Dark Sky Park gehört zu den Gebieten mit der geringsten Lichtverschmutzung des Landes und bietet eines der größten Gebiete mit "geschütztem Nachthimmel" in Europa. Bestaunen kann man den Nachthimmel auch im Kielder Observatory. Spannend für historisch Interessierte: Der Hadrianswall feiert sein 1.900-Jahr-Bestehen mit einem ganzjährigen Festival.

Alentejo, Portugal

Im Alentejo wird seit Jahrhunderten Wein angebaut. Doch der Regen bleibt immer öfter aus. Die globale Erwärmung bedroht zunehmend diese trockene Region, die für ihre warmen und vollmundigen Rotweine bekannt ist. Deshalb hat die Region 2015 das Nachhaltigkeitsprogramm "Weine des Alentejo" ins Leben gerufen. Durch Maßnahmen zur Wassereinsparung, wie die Entwicklung von Deckfrüchten zur Wasserrückhaltung und die Anlage von Teichen zum Auffangen von Regenwasser, hat das Programm den Weingütern geholfen, ihren durchschnittlichen Wasserverbrauch um 20 Prozent zu senken, berichtet die "Times".

Evia, Griechenland

Als Hilfsmaßnahme infolge der Finanzkrise wurde vor mehr als zehn Jahren in Griechenland das Projekt The Other Human gegründet. Die "social kitchen" versorgte in erster Linie verarmte Menschen in Athen, Thessaloniki und auf der Insel Evia. Während sich das Land von den Waldbränden und Überschwemmungen des letzten Jahres erholt, hat The Other Human seine Arbeit ausgeweitet, um denjenigen zu helfen, die ihre Lebensgrundlage verloren haben, und lädt Reisende ein, sich zu engagieren. Bei den wöchentlichen Lebensmittelsammlungen in Euböas Hauptstadt Chalkida werden Mahlzeiten gekocht und gemeinsam gegessen, um ein Gefühl der Gemeinschaft zu schaffen.

Limni auf Evia: Die Hügel rund um die Stadt zeigen die Spuren der Waldbrände.
Foto: REUTERS/Alkis Konstantinidis

Freiwillige Helfer sind eingeladen, beim Kochen zu helfen, Körbe mit Lebensmitteln und lebensnotwendigen Dingen zu packen und Geldmittel für den Wiederaufbau von Schulen und die Unterstützung der Einwohner bei lebenswichtigen Rechnungen zu spenden. Den Bränden fielen Häuser, Geschäfte, Olivenhaine und ein Drittel des Kiefernwaldes von Euböa zum Opfer, auf den sich Generationen für die Gewinnung von Harz und Honig verlassen hatten. "Tourismus ist für die wirtschaftliche Erholung der Insel, die nur eine kurze Fahrt von Athen entfernt liegt, von entscheidender Bedeutung", legt man bei der "Times" dar. Neben kommunalen Projekten finden Besucher eine Akropolis auf einem Hügel und andere archäologische Stätten in Eretria, mineralhaltige Thermalquellen in Edipsos und Sonnenuntergänge mit der Ägäis im Hintergrund.

Courmayeur, Italien

Die Stadt am Fuße des Mont Blanc in einer historisch französischsprachigen Region Italiens bemüht sich seit langem, um ein Gleichgewicht zwischen Tourismus und Naturschutz herzustellen, ist bei der "Times" zu lesen. Jahrzehnte, bevor der Overtourism alarmierend wurde, begann Courmayeur, den Zugang zu seinen beiden Hochtälern, Val Veny und Val Ferret, im Sommer zu beschränken, mit einer festgelegten Anzahl von Privatfahrzeugen und einer separaten Quote für diejenigen, die in einem der örtlichen Gasthäuser reserviert haben, die für ihre Polenta concia – cremige Polenta mit lokalem Fontina-Käse – bekannt sind. An manchen Tagen ist der Individualverkehr gänzlich verboten, und im Winter werden beide Täler zu Skipisten. Die Seilbahn, die die Besucher auf den Mont Blanc befördert, nutzt Energie aus erneuerbaren Quellen.

Slowenien

Sloweniens Kulinarikszene hat seit 2020, als der erste Guide Michelin für unser Nachbarland erschien, einen ordentlichen Aufschwung erlebt. "Er bestätigt die Art und Weise, wie dieses mitteleuropäische Land mit knapp über zwei Millionen Einwohnern seit seiner Unabhängigkeit vor 30 Jahren umweltbewusstes Reisen sowie gutes Essen und gute Weine in den Mittelpunkt seiner Identität als begehrtes Reiseziel gestellt hat", schreibt die "New York Times".

Die slowenische Köchin Ana Roš wurde 2020 mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.
Foto: REUTERS/Borut Zivulovic

"Wir wussten von Anfang an, dass unser Essen etwas Besonderes ist und ein wichtiger Grund für einen Besuch in unserem Land werden würde", wird Ana Ros zitiert, die Küchenchefin von Hiša Franko, Sloweniens berühmtestem Restaurant und dem einzigen mit zwei Michelin-Sternen. Die slowenische Küche spiegle auf köstliche Weise die Lage des Landes an einer kulinarischen Kreuzung zwischen mediterranen, germanischen und slawischen Ländern wider, aber der eigentliche Grund, warum das Essen so gut sei, liege darin, dass es mit Produkten aus den kleinen Bauernhöfen des Landes zubereitet werde, heißt es weiter. Einige von ihnen, wie Govc, sind Teil eines Netzwerks von Bauernhöfen, das die slowenische Regierung 1992 ins Leben gerufen hat.

Chioggia, Italien

Chioggia ist Teil einer Gruppe von Inseln in der venezianischen Lagune, und die jahrhundertealten Gebäude, die sich in ihrer ganzen Pracht aus den Kanälen erheben, werden "piccola Venezia", also Klein-Venedig, genannt. Die Einheimischen sind da anderer Meinung: Wenn überhaupt, so sagen sie, dann sollte man das nahegelegene Venedig als Chioggias größeren Doppelgänger bezeichnen, und es stimmt, Chioggia ist älter. Venedig ist so besorgt, nach der Pandemie erneut überrannt zu werden, dass es plant, auf Überwachungskameras und Handydaten zurückzugreifen, um die Menschenmassen zu kontrollieren; der Besuch anderer kulturell reicher Orte wie Chioggia kann helfen, den Druck zu mindern.

Chioggia: Klein-Venedig? Oder ist Venedig nur der größere Doppelgänger?
Foto: imago images/BE&W

Heute ist Chioggia bei Besuchern beliebt, die sowohl von den architektonischen Schönheiten des historischen Zentrums als auch von den familienfreundlichen Stränden des Festlandvororts Sottomarina angezogen werden. Die Stadt, die sich ein raues maritimes Flair bewahrt hat, ist ein idealer Ausgangspunkt für Fahrradtouren. Sie ist auch für ihren Radicchio bekannt. "In einer Zeit, in der das Bewusstsein für Overtourism wächst, ist dieses Venedig im Kleinformat eine reizvolle Alternative für Reisende, die ein weniger bekanntes Ziel suchen", heißt es bei der "Times".

El Hierro, Spanien

Ein paar Hundert Kilometer vor der Küste Marokkos, mitten im Atlantik, liegt El Hierro, die abgelegenste der Kanarischen Inseln. Sie ist ein kleiner Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien: Im Jahr 2014 eröffnete El Hierro Gorona del Viento, ein Kraftwerk, das ein System aus Stauseen und Windkraft nutzt, um die Insel mit Strom zu versorgen (Wind liefert Strom, während er Wasser in Stauseen pumpt; Wasserturbinen übernehmen den Betrieb, wenn der Wind nachlässt; Diesel liefert einen Ersatz, wenn diese beiden Quellen nicht zur Verfügung stehen). Kürzlich konnte Gorona del Viento die 11.000 Einwohner der Insel 25 Tage lang mit 100 Prozent erneuerbarer Energie versorgen, meldet die "Times". Während die Infrastruktur von El Hierro mit einem Fuß in der Zukunft steht, bleibt die kulturelle Identität der Insel mit dem anderen in der Vergangenheit verwurzelt. Die historische Sprache von El Hierro, Silbo Herreño, ist eine der letzten Pfeifsprachen der Welt. Als die Ältesten der Insel feststellten, dass das Herreño-Pfeifen ausstarb, begann der Kulturverein auf El Hierro, kostenlose Kurse nach der Schule, auf Wochenendmärkten und für die Hirten der Insel (die sich traditionell durch Pfeifen verständigen) anzubieten.

Gouda, Niederlande

Im Jahr 2019 kündigte das niederländische Fremdenverkehrsamt überraschend an, die Werbung für Reisen in die Niederlande einzustellen. Wegen Overtourism sollten die Besucher dazu ermutigt werden, das Land über Amsterdam hinaus zu betrachten und nachhaltiger zu reisen. Ein charmantes Beispiel für ein niederländisches Reiseziel, das diese Kriterien erfüllt, ist Gouda, eine kleine historische Stadt im Süden, befinden die Kollegen von der "New York Times".

Auf dem Käsemarkt in Gouda
Foto: REUTERS/Yves Herman

Bekannt für den gleichnamigen Käse, der dort seit 1184 hergestellt wird und zu den zehn beliebtesten Käsesorten der Welt gehört, ist Gouda ein idealer Ausgangspunkt für einen autofreien Besuch in den Niederlanden. Ein ausgedehntes System von gut ausgeschilderten Fahrradrouten (mit Ladestationen für E-Bikes) macht es einfach, die Stadt und die Umgebung zu erkunden. Wer auf Käse steht, sollte sich die Gouda Cheese Experience, die im Juni 2020 in einer ehemaligen Kaserne aus dem 19. Jahrhundert eröffnet wurde, geben.

Thy, Dänemark

Wenn Dänemark eine letzte Grenze hat, dann ist es Thy, befindet die "Times": Stille Dünen, verworrene Wälder und fast mythische Stürme würden diese Region im Nordwesten Jütlands – so weit von Kopenhagen entfernt, wie man nur sein kann – zu etwas Besonderem machen. Thy ist ein Epizentrum für Windenergie: Rund 50 Prozent des dänischen Stroms wurden 2020 durch Wind- und Solarenergie erzeugt. Wer mehr über Windturbinen und Initiativen für erneuerbare Energien erfahren möchte, kann das Besucherzentrum der Østerild-Testanlage besuchen.

Thy: weit weg von Kopenhagen.
Foto: imago images/Nature Picture Library

Der Wind hat auch die Küstenlinie von Thy geformt, wo die scherzhaft "Cold Hawaii" genannte Surfergemeinde auf den Wellen der kurvigen Küste reitet. Ein Highlight soll auch der der weitläufige Thy-Nationalpark mit seinen großen und kleinen Dünen, Wiesen, Sümpfen und Seen und seinem neuen Besucherzentrum in Nørre Vørupor sein.

Die Inneren Hebriden, Schottland

Diese Inseln an der schottischen Westküste sind bekannt für ihre wilde, abgeschiedene Schönheit: Wildblumenfelder, einsame Strände, das immer wieder aufgewühlte Meer. Sie sind auch bekannt für die Herstellung einiger der besten Single-Malt-Whiskys der Welt. Jetzt tragen mehrere neue Energieinitiativen dazu bei, die Region – und ihre Brennereien, die weitgehend auf fossile Brennstoffe angewiesen sind – umweltfreundlicher zu machen. In diesem Jahr startet die 1881 gegründete Bruichladdich Distillery auf der Insel Islay ein Pilotprojekt, bei dem neben Heizöl auch Wasserstoff als Brennstoff für die Brennblasen eingesetzt wird. Nach Angaben des Unternehmens wird der emissionsfreie Kessel, der einen Teil des für die Destillation benötigten Dampfes erzeugen wird, der erste seiner Art in Großbritannien sein. Geplant ist auch der Bau neuer Unterwasser-Windturbinen in den Gewässern um Islay und Jura, einer Nachbarinsel, ab 2023. Auch diese könnten eines Tages dazu beitragen, die Inseln und ihre Brennereien mit Strom zu versorgen und eine uralte Industrie – und die vielen Touristen, die sie anzieht – in eine nachhaltigere Zukunft zu führen, resümiert man bei der "Times".

Normandie, Frankreich

Zu den neuen Radwegen in der Region gehört der 1.500 Kilometer lange Vélomaritime, der im Süden der Bretagne beginnt, am Ufer des Ärmelkanals entlangführt und an der belgischen Grenze endet. Entlang der Strecke erhebt sich der Mont-Saint-Michel aus dem Wasser und auch an den D-Day-Landungsstränden des Zweiten Weltkriegs kommt man vorbei. Der Vélomaritime ist eine der neueren Strecken des Eurovelo, eines Radwegenetzes, das den Kontinent vereinen soll.

Tierische Einwohner der Normandie mit Mont-Saint-Michel im Hintergrund.
Foto: REUTERS/Pascal Rossignol

Der neue, 420 Kilometer lange La Seine à Vélo, dessen Schwerpunkt auf der Förderung des umweltfreundlichen Fahrradtourismus und der Verbindung mit den örtlichen Gemeinden liegt, beginnt in Notre-Dame in Paris und führt entlang der Seine bis zur Küste der Normandie. Die letzte Etappe von La Seine à Vélo führt durch das Pays d'Auge, die Wiege von Camembert, Calvados und Apfelwein.

Höga Kusten, Schweden

Die Schweden suchen seit langem die Einsamkeit in der ungezähmten nördlichen Region, die wegen ihrer dramatischen Klippen und unberührten Schären als Höga Kusten oder Hohe Küste bekannt ist. Mit mehr als 100 Naturschutzgebieten, einem Nationalpark und Hunderten von Kilometern an Wanderwegen ist diese Wildnis ein Anziehungspunkt für Wanderer, Skilangläufer und Bergsteiger, die auf der Suche nach weniger ausgetretenen Pfaden, atemberaubenden Aussichten und nicht überfüllten Campingplätzen sind, schreibt die "New York Times". Das Engagement für einen nachhaltigen Tourismus, zu dem auch das Versprechen gehört, das Gebiet bis 2030 kohlenstoffneutral zu machen, verspricht, die Zukunft der Küste, ihrer wunderschönen Seen und ihrer alten Wälder zu schützen. Seit letztem Sommer bringen neue Elektrobusse Wanderer aus den umliegenden Städten zum Parkeingang. Um die Wanderer zu inspirieren, die umliegende Natur zu schätzen, hat das Architekturprojekt ArkNat mehrere skulpturale Hütten entlang der Wanderwege errichtet.

Islas Cíes, Spanien

Schon vor der Pandemie hatten die Islas Cíes vor der galicischen Küste die Zahl der täglichen Besucher – 1.800 in der Hochsaison – lange Zeit begrenzt, um die Umwelt zu schützen und Overtourism vorzubeugen. Aber nicht nur deshalb fand die Inselgruppe, die zum Nationalpark Galicische Atlantikinseln gehört, Eingang in die Liste. Sie sei ein Musterbeispiel für geschützte biologische Vielfalt: blühende Naturschutzgebiete, eine reiche Meeresfauna und Seevogelkolonien. Zu den strengen Schutzmaßnahmen gehören Auto-, Hotel- und Lärmbeschränkungen, die dafür sorgen, dass Besucher nur in ausgewiesenen Gebieten Strände erkunden, im klaren Wasser schnorcheln und auf Wanderwegen zu Leuchttürmen wandern können. Nachts geht das Vergnügen weiter: Der tiefschwarze Sternenhimmel wurde wegen der geringen Lichtverschmutzung mit dem Prädikat Starlight ausgezeichnet. Fähren zu den Inseln fahren von der galicischen Region Rías Baixas ab. Zu den Highlights gehören die nebligen Albariño-Weinberge, die Altstadt von Pontevedra und Vigo mit der Calle de las Ostras.

Neapel, Italien

Neapel stehe vor einer ungewissen Zukunft, schildert die "Times". Einem kürzlich veröffentlichten Bericht zufolge wird die dichtbesiedelte Stadt bis zum Jahr 2049 an 55 Tagen im Jahr mit extremer Hitze konfrontiert sein und bis 2081 an 93 Tagen.

Postkartenansicht von Neapel.
Foto: Getty Images/iStockphoto

Die gute Nachricht ist, dass einige Einheimische die Ärmel hochkrempeln. Eine Gruppe von Bewohnern des Arbeiterviertels San Giovanni a Teduccio hat eine "Fair Energy"-Gemeinschaft gegründet, um Familien, die unter der Armutsgrenze leben, mit einem System von 166 Solarpanelen kostenlos mit sauberem Strom zu versorgen. Die örtlichen Behörden ermutigen Touristen, die Stadt zu Fuß zu besichtigen und Touren über Neapels berühmte Treppen zu unternehmen. Die Pedamentina, eine Route, deren Wurzeln bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen und die aus gepflasterten Abfahrten und mehr als 400 Stufen besteht, solle man sich nicht entgehen lassen, heißt es.

Monaco

Monaco in dieser Auflistung? Damit haben wohl die wenigsten gerechnet, aber die Kolleginnen und Kollegen der "New York Times" haben dafür gute Argumente: Denn der souveräne Stadtstaat an der Côte d'Azur hat einen ehrgeizigen Plan, um seine Kohlenstoffemissionen bis 2030 um 55 Prozent zu senken und bis 2050 kohlenstoffneutral zu werden. Die Bemühungen um Nachhaltigkeit werden von der Stiftung Fürst Albert II. von Monaco vorangetrieben, einer 2006 gegründeten globalen Wohltätigkeitsorganisation, die sich vorrangig für den Umweltschutz einsetzt.

Sechzehn Jahre später sind die Initiativen des Fürstentums in der 0,76 Quadratkilometer großen Enklave sichtbar. Sie verfügt über ein robustes Netz von Elektroautos, Fahrrädern und Hybridbussen sowie über ein solarbetriebenes Wassertaxi. 20 Prozent von Monaco sind öffentliche Parks und Gärten, in denen man spazieren gehen kann (wobei Rolltreppen beim Aufstieg helfen). Schnorcheln ist die Aktivität du jour am Larvotto Beach, wo das Meeresleben inmitten von 3D-gedruckten Riffen gedeiht, die etwa 18 Meter unter die Wasseroberfläche versenkt wurden, um Lebensräume wiederherzustellen, die durch menschliche Aktivitäten zerstört wurden. Das vor Ort ansässige Unternehmen Terrae setzt neue Maßstäbe beim urbanen Gärtnern und Ackerbau, bepflanzt Dächer und Balkone und beliefert Bewohner und Restaurants, darunter das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Blue Bay. (red, 12.1.2022)