Andrew muss in New York wohl vor Gericht.

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Prinz Andrew und seine Anwälte sind abgeblitzt. Ein Richter an einem New Yorker Bundesgericht lehnt den Einspruch des Briten ab, die Klage gegen ihn wegen sexuellen Missbrauchs nicht zuzulassen. Damit hat Virginia Giuffre einen Etappensieg erzielt. Sie wirft dem Prinzen seit langem vor, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Der verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und seine vor kurzem ebenfalls verurteilte Partnerin Ghislaine Maxwell sollen sie zum Sex mit dem Prinzen gezwungen haben. Der Royal weist jede Schuld von sich.

Das kann Andrew in einem Prozess gegen ihn weiter ausführen, wie der New Yorker Richter in seiner Erklärung am Mittwoch festhielt. Es sei nämlich voreilig vom Prinzen, Zweifel gegenüber den Anschuldigungen von Giuffre zu sähen. Gleichzeitig sei es aber auch übereilt, festzustellen, ob der Prinz bei einem 2009 geschlossenen Schweigevereinbarung mitgemeint gewesen sei.

Schweigegeld

Damals hatte Giuffre – noch unter dem Namen Roberts – eine Übereinkunft mit Epstein geschlossen. Gegen die Zahlung von 500.000 US-Dollar verzichtete sie auf eine Klage gegen ihn und dritte Parteien. Diese wurden aber nicht näher ausgeführt. Prinz Andrew sah sich durch diese Formulierung vor einem Prozess geschützt, doch diese Hoffnung machte der New Yorker Richter zunichte. Alles könnte nun auf eine außergerichtliche Einigung hinauslaufen, die aber weiter das Ansehen des Prinzen schädigen würde.

Der Buckingham Palast will den Fall nicht kommentieren, da es sich um einen "laufenden Prozess" handelt, heißt es von einem Sprecher. Damit schweigt die Queen weiter, wenn es um ihren zweitgeborenen Sohn geht. (bbl, 12.1.2022)