Max Franz fliegt doch noch nach Peking mit.

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Die Kontroverse um olympische Startplätze im Skirennsport ist für den österreichischen Skiverband (ÖSV) im letzten Moment gut ausgegangen. Am Montag wurden der Sparte Alpinski vier zusätzliche Quotenplätze zugestanden. Österreich forderte und erhält zwei davon, die auf Riesentorlauf-Spezialist Stefan Brennsteiner und Speedpilot Max Franz entfallen. Peter Schröcksnadel, Ex-ÖSV-Chef und aktuell Vizepräsident des internationalen Verbands (Fis), sagte dem STANDARD: "Österreich hat elf Startplätze bei den alpinen Männern. Wir haben alles in der Fis korrigiert. Wir haben es geregelt."

Damit wäre auch geregelt, dass Österreich insgesamt 106 Aktive zu den Winterspielen (ab 4. Februar) nach Peking schickt, 42 Frauen und 64 Männer. Das zunächst veröffentlichte ÖOC-Aufgebot ging noch von 62 Männern und insgesamt 104 Nominierten aus, wenig später war es überholt. Prominentester alpiner Nichtnominierter bleibt Slalomnist Fabio Gstrein, der in Adelboden führend ausschied und in Wengen auf Rang vier fuhr.

Schröcksnadel (80) macht kein Hehl daraus, dass er persönlich mit der Causa befasst war. Damit solle es freilich nicht getan sein. "Die Qualifikation für Olympische Spiele gehört generell neu geregelt", sagt der Tiroler, der in der Fis die Alpine-Future-Vision-Group leitet. Schließlich sollten bei Großevents "möglichst viele der weltbesten Fahrer zu sehen sein. Und mehr als vier pro Nation sind ja eh nicht zugelassen." Geht man nach der Nationenliste der Fis, so entfallen die vier zusätzlichen Startplätze übrigens der Reihe nach auf Österreich, Deutschland, wieder Österreich und Frankreich.

ÖOC-Präsident Karl Stoss baut nicht nur auf die Alpinen, wenn er hofft, "reich bepackt nach Hause zu fahren". Österreich wolle an Pyeongchang 2018 (14 Medaillen) oder gar Sotschi 2014 (17) herankommen. (Fritz Neumann, 24.1.2022)