Apple Airtags sollen beim Aufspüren verlorener Gegenstände helfen.

Foto: Apple via Reuters

Apples Airtags lösten schon kurz nach Veröffentlichung Sicherheitsbedenken aus. Die handlichen Tracker sollen dabei helfen, verlorene Schlüssel, Geldbeutel oder Handtaschen wiederzufinden – würden aber zu wenig Schutz vor Stalking bieten, warnte die "Washington Post" vergangenen Mai. In der Zwischenzeit gab es mehrere Vorfälle, die diese Sorgen zu bestätigen scheinen. Unter anderem fand das Model Brooks Nader einen fremden Airtag in ihrem Mantel, als sie sich nachts auf dem Heimweg befand.

Im US-amerikanischen Bundesstaat Connecticut führte ein mutmaßlicher Stalking-Versuch nun auch zu einer Verhaftung. Ein Mann soll versucht haben, das Auto einer dritten Person mittels Airtag nachzuverfolgen. Die lokale Polizei wirft ihm Stalking und die Verletzung einer Schutzanordnung vor, berichtet "CT Insider". Nach der Zahlung einer Kaution in Höhe von 10.000 Dollar wurde der Verdächtige für die Dauer der Gerichtsverhandlung wieder auf freien Fuß gesetzt.

Sicherheitsvorkehrungen

Apple hat mehrere Sicherheitsvorkehrungen in die Airtags implementiert, um Stalking zu verhindern. Unter anderem geben die Tracker ein leises Alarmpiepsen von sich, sobald sie sich zu lange nicht in der Nähe des Besitzers befinden. iPhone-Nutzer erhalten außerdem den Hinweis "Airtag Found Moving With You" auf dem Sperrbildschirm angezeigt. Android-User sind zur Installation einer eigenen App gezwungen, wollen sie sichergehen, nicht verfolgt zu werden.

Im eingangs beschriebenen Fall rund um das US-Model sei der Tracker allerdings erst auf dem Nachhauseweg aufgefallen, nachdem ihr Handy Alarm geschlagen hatte. Wie lange ihre Position tatsächlich nachverfolgt wurde, ist unklar. Nachdem sie in einer Bar ihren Mantel abgelegt hatte, sei sie in mehrere weitere Lokale gegangen. Warnhinweise erhielt sie erst, als sie bereits allein auf dem Nachhauseweg war.

"Find My"

Die Position von Airtags kann ohne GPS-Verbindung live nachverfolgt werden. Möglich macht das der Breitbandchip U1, der in der Nähe befindliche iPhones mit aktiver Internetverbindung anpingt und dann seine Position mitteilt. Besitzer können sie über das "Find My"-Netzwerk nachverfolgen, ähnlich wie andere Geräte des Herstellers.

Auch Konkurrenzprodukte wie Tile oder Samsungs Smart Tags ermöglichen ähnliche Trackingfunktionen. Die beiden Hersteller setzen auf die Ortung über andere Geräte, die Teil ihres jeweiligen Suchnetzwerks sind. Der Unterschied: Die Gerätedichte dürfte deutlich niedriger sein als bei Apples "Find My"-Service. Die Nachverfolgung von Gegenständen – oder in diesem Fall Personen – dürfte auf größere Distanz daher schwieriger sein. (red, 7.2.2022)