Heute feiern wir – in christlicher Zeitrechnung – das große Palindrom des Zweiers: 22. 02. 2022. Was für ein Datum!

Himmel & Hölle. Feuer & Wasser. Oben & Unten. Pick & Zwick. Gigl & Gogl. Wigl & Wogl. Eine ganze Welt passt in diese wunderschöne, prallgefüllte Zahl. Und das seit eh & je. Die Zwei repräsentiert – links & rechts, hinten & vorne, einst & jetzt – stets das Ganze.

Heute feiern wir – in christlicher Zeitrechnung – das große Palindrom des Zweiers: 22. 02. 2022. Was für ein Datum! Was für ein Datum auch für Mann & Frau, es gerade heute Yin & Yang gleichzutun, um solcherart die durch zwei geteilte Welt zusammenzuführen wenigstens zu wollen.

Aus und mithilfe der Zahl zwei ist eine fast unüberschaubare Fülle an Welterklärungen gewachsen. Natürlich hat jede Zahl in diesen Weltbeschreibungsversuchen ihren zugewiesenen Platz. Die Drei der Dreifaltigkeit etwa. Die Zwölf der Apostel. Aber das waren wohl auch Notwehrziffern gegen den Angriff der Gnosis, die den uralten Gedanken der Dualität so mächtig aufgegriffen hat, wonach neben Gott ein grauslicher Schöpfer stünde, der Demiurg. Und war nicht Österreich einst zwei, und das nannte sich Dualismus?

Auch im Garten Eden standen ausdrücklich zwei Gottesbäume. Nur von einem haben wir – erbsündebedingend – gegessen. Deshalb sind wir allesamt vergleichsweise eher Gewürm.

Erst die Frucht vom Baum des Lebens hätte uns vollkommen gemacht. So haben wir nur die Fähigkeit erspeist, Gut & Böse zu unterscheiden. Auch wenn wir das Eine & das Andere hin & wieder verwechseln.

Der bilaterale Mensch

Zwar haben wir nur ein Herz und ein Gehirn (und eine Leber usw.), aber ansonsten sind wir, wie alle Säugetiere, in der Längsachse bilateral angelegt. Das ermöglicht uns nicht nur das räumliche Sehen. Es führt unter anderem zu der paradoxen Situation, dass wir im Spiegel zwar links & rechts verwechseln; nie aber oben & unten. Außerdem ist die Zwei nicht nur die erste Primzahl. Sondern auch die einzige gerade. Sie ist deshalb nicht teilbar, außer eben durch sich selbst, weil alles in ihr zusammenpasst und -gehört.

Zwar ist jeder Tag ein guter Tag zum Heiraten. Der zweite Februar Anno Domini 2022 ist es aber ganz besonders. Weise Bräute, beziehungsweise deren Mütter, wissen, wie leicht so ein Hochzeitstag vergessen wird von den Manderleit. Von heute aber ließe sich später einmal leicht eine sinnreiche Eselsbrücke bauen. Denn wie riefen auf der Hochzeitsfeier der Hochzeiter und seine Begleiter zunehmend ausgelassener? "Oans, zwoa ...!" (Wolfgang Weisgram, 22.2.2022)