Vizekanzler Werner Kogler war wieder einmal bei Martin Thür in der "ZiB 2" zu Gast.

Screenshot: tvthek.orf.at

Vizekanzler Werner Kogler ist wieder einmal in der ZiB 2, muss aber warten. Erstes Thema ist die monströse Geschichtsstunde von Wladimir Putin. Wer dessen giftigen Endlosmonolog mit starkem Magenschutz auf Russia Today ertragen hat, ist gespannt, wie das nun analysiert wird. Miriam Beller (aus Moskau) kann jedoch leider nur die Ereignisse der letzten Tage nacherzählen. Christophe Kohl aus den USA? Er bemerkt, dass Präsident Joe Biden den Montag im Weißen Haus verbrachte statt – einen Feiertag feiernd – bei seiner Familie. Christian Wehrschütz (in der Ostukraine) sieht ebenfalls eine Tonne offener Fragen. Nur das Minsker Abkommen hält er für tot. Tja. Ein vertiefender runder Tisch wäre schön gewesen, auch Kogler hat ja zu Putin hernach nicht wirklich Erhellendes im Angebot.

Welche Sanktionen würde die EU verhängen, will Martin Thür wissen. Dies sei eine Frage der "Adäquanz", bringt Kogler ein selten gebrauchtes Wort ein. Man müsse auch sehen, wie andere Länder die Lage bewerten, so Kogler, worauf Thür zur "Parteienfinanzierung" übergeht. Warum hat man zwei Jahre gebraucht, um einen Koalitionsentwurf für das Gesetz zu basteln? "Besser jetzt als nächstes Jahr!", so Kogler. Was man da erreicht habe, sei schon "Champions League", Wahlkampfkostenüberschreitung werde nun viel höher bestraft. Unser Parteiensystem sei früher eine "Spendenwaschanlage" gewesen.

ORF

Es war interessant. Kogler war in Form. Das Thema hätte – wie Putin – eine Vertiefung, also ebenfalls einen runden Tisch verdient. Den ORF scheint jedoch – selbst wenn düstere Weltpolitik passiert – eine Art Debattenphobie zu lähmen. (Ljubiša Tošić, 22.2.2022)