Auch Luigi "Gigi" Birofio und Michelle Daniaux ziehen für das RTL-Format "Prominent getrennt" in die "Villa der Verflossenen".

Foto: RTL, Seapoint

Fast dachte man, Formate mit weggesperrten, wochenlang in ihrer eigenen Lake fermentierenden, quasibekannten Menschen hätten sich überholt. Doch das Faszinosum, wie Instagram-Sternchen und Geschöpfe, deren Wikipedia-Eintrag sie tatsächlich völlig unironisch als Reality-Darsteller ausweist, ihre über Jahre zusammengekleisterten Fassaden nach und nach vor den Kameras mit der Abrissbirne niederreißen, ist ungebrochen – zumindest, wenn man diesem Genre ganz prinzipiell etwas abgewinnen kann.

Mit "Prominent getrennt – Die Villa der Verflossenen" startet RTL nun ein neues Format, das Soziologen und Soziologinnen gerne heimlich unter der Bettdecke schauen (jeden Dienstag, 20.15 Uhr). Es handelt sich dabei um die konsequente Fortsetzung des Quotenhits "Sommerhaus der Stars": Während dort schwelende Konflikte in Semi-Promi-Partnerschaften in der Enge eines maroden Ferienhauses bis zur Eskalation offengelegt werden, müssen sich in "Prominent getrennt" acht Ex-Liebespaare in einer südafrikanischen Villa noch einmal als Team zusammenreißen – wer sich bis zum Schluss gemeinsam durchbeißt, kann immerhin 100.000 Euro gewinnen.

Ihren (zugegeben: nicht ganz unzweifelhaften) Reiz entwickelt die Sendung, weil hier vergangene und erst dünn mit Schorf bedeckte Verletzungswunden von Anfang an offen liegen, das vorrangige Ziel aber nicht die weitere Zertrümmerung der Beziehungen ist, sondern durch erzwungene Teamarbeit zumindest ein wenig Patafix auf die zerhäckselte Bindung der einst Liebenden gestrichen werden soll. Das gelingt mal besser und mal schlechter, aber schließlich, wie Kandidat Gigi so elegant formuliert: "Die Liebe ist wunderschön – und auch der größte Kack, wo gibt." (Nana Siebert, 22.2.2022)