Airbus will am Boden und in der Luft testen, wie sich ein A380 mit Wasserstoffantrieb schlägt.

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Flugzeughersteller Airbus arbeitet mit dem französisch-amerikanischen Triebwerksbauer CFM International an der Entwicklung eines wasserstoffgetriebenen Flugzeugmotors. Schon 2025 soll ein sogenannter Demonstrator für ein solches Triebwerk stehen, das mit Wasserstoff statt mit Kerosin läuft, wie die beiden Partner am Dienstag ankündigten.

CFM baut dazu ein herkömmliches Turbofan-Triebwerk so um, dass es mit Wasserstoff betrieben werden kann. Dieses soll im Rahmen der Machbarkeitsstudie in ein A380-Großraumflugzeug mit Wasserstofftanks eingebaut und am Boden sowie in der Luft erprobt werden.

Airbus verspricht emissionsfreies Fliegen

CFM gehört zu gleichen Teilen dem französischen Zulieferer Safran und dem US-Mischkonzern GE und konkurriert bei Flugzeugtriebwerken unter anderem mit MTU Aero. Airbus hatte 2020 in Aussicht gestellt, emissionsfreies Fliegen bis 2035 möglich zu machen. Bis dahin soll ein kleines "ZEROe"-Passagierflugzeug mit Wasserstoff-Antrieb entwickelt werden.

"Seit der Vorstellung unserer ZEROe-Konzepte im September 2020 ist das der wichtigste Schritt, den Airbus unternimmt, um eine neue Ära des Fliegens mit Wasserstoffantrieb einzuleiten", sagte Airbus-Technik-Chefin Sabine Klauke am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Zu den Kosten des Projekts wollte sie sich nicht äußern. CFM hatte im vergangenen Jahr ebenfalls für 2035 Triebwerke der nächsten Generation angekündigt, die auch mit Wasserstoff betrieben werden können. Die Brennkammer muss dazu höhere Temperaturen aushalten.

Brennstoffzelle als Alternative

Die direkte Verbrennung von Wasserstoff als Treibstoff ist für Airbus aber nur eine von zwei Möglichkeiten. Klauke sagte, der Flugzeugbauer sei weiterhin auch offen für Brennstoffzellen-Technologie, in der Wasserstoff zum Betrieb eines Elektromotors verwendet wird. Die Entscheidung soll bis 2025 fallen.

Airbus-Chef Guillaume Faury hatte in der "Welt am Sonntag" kürzlich gesagt, der deutsch-französische Konzern könne die Triebwerke für Wasserstoff-Flugzeuge auch selbst bauen, hatte das in der vergangenen Woche aber relativiert. (Reuters, 22.2.2022)