Gary Brooker mit seiner Ehefrau im Jahr 2006.

Foto: AP Photo/ Max Nash

London – Es ist eines der berühmtesten Orgelmotive der Popmusik, das den Song A Whiter Shade of Pale einleitet, eine an die zehn Millionen Mal verkaufte Single aus dem Jahr 1967, zu der die Hippies geschmust haben – und noch deren Kinder, die infolge der Knutscherei entstanden sind.

Zu dieser im unteren Midtempo mäandernden Ballade verzehrte sich Sänger Gary Brooker unvergleichlich, der Hit wurde ein Evergreen. Nun ist der Sänger von Procol Harum im Alter von 76 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben.

Gegründet 1967 in England, mischte Procol Harum Blues, Soul und Psychedelic mit zart-barockem Pomp, der sich auch in der Bühnengarderobe und den ebenso aufwendig frisierten Haaren niederschlug – wie man in den Swinging Sixties in England eben einen Club betrat.

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Oft als One-Hit-Wonder bezeichnet, konnte die Gruppe zwar kein zweites Mal dermaßen kommerziell erfolgreich nachlegen, doch vor allem in den USA besaß die Band eine treue Gefolgschaft, und ihr Album A Salty Dog (1969) war auf beiden Seiten des Atlantiks erfolgreich.

Procol Harum zählt zu den wesentlichen Vertretern des Classic Rock, die dann am besten waren, wenn Brooker im Midtempo seine Stimme zum Verzweifeln schön erhob – wie im Song Homburg.

Brooker wurde am 29. Mai 1945 in London geboren und war ab den frühen 1960ern Teil der britischen R’n’B-Szene. 1977 zerbrach die Band, 1991 tat sie sich wieder zusammen und spielte bis zuletzt in den Oldie-Zirkeln. Brooker trat 1996 als Schauspieler in Alan Parkers Film Evita auf, angeblich der einträglichste Gig seines Lebens. Seit 2009 musste er 50 Prozent der Einnahmen an Whiter Shade of Pale an den Organisten Matthew Fisher abtreten – dieser hatte erfolgreich geklagt.

(Karl Fluch 23.2.2022)