Der Umzug war spektakulär.

Foto: Foto Fischer/Stadt Graz

Graz – Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. In Graz gelang am Mittwoch die aufwendige Übersiedelung des einzigen Weißstorchennestes der Stadt. Bisher stand das riesige Nest, an dem Störche über Jahre immer weitergebaut hatten, auf einem Mobilfunkmast im Bezirk Andritz. Auch wenn Ornithologen diese These verwerfen dürften: Dass es in den letzten Jahren nie Nachwuchs für das Storchenpaar gab, mag am wenig romantischen Ambiente des Handymasts gelegen sein.

Jedenfalls wird das Paar eine Überraschung erleben, wenn es im Frühling zurückkehrt. Nahe dem alten Standort, in einer Bachaufweitung des Schöckelbachs, wurde ein 18 Meter hoher Ersatzmast gebaut, auf dem das Storchenpaar nun eine neue Adresse haben wird – den Puchleitnerweg 18.

Ein Kranwagen im Einsatz für den Tierschutz.
Foto: Foto Fischer/Stadt Graz

Ästhetische Anforderungen waren nicht ausschlaggebend: Tatsächlich bekam der Handymast langsam statische Probleme, und Störche brauchen, um Nachwuchs erfolgreich aufziehen zu können, genug Nahrungsangebot. "In der Bachaufweitung ist das gegeben, hier gibt es auch mehr Amphibien", so Wolfgang Windisch, Naturschutzbeauftragter der Stadt Graz, der mit Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) den Umzug des Horstes mit Kranwagen beobachtete.


Bild des Nestes von 2018. Am neuen Ort hofft man auf Nachwuchs.
Foto: Wolfgang Windisch

Ein 2006 beringter (mit einem Ring gekennzeichneter) Weißstorch aus Deutschland kommt schon seit Jahren immer wieder. Die Tiere können bis zu 30 Jahre alt werden. In Graz gibt es auch Schwarzstörche. Doch diese sind scheu und brüten versteckt im Wald. (cms, 23.2.2022)