Gui Minhais Tochter Angela und Nils van der Poel.

Foto: APA/AFP

Besitzerwechsel.

Foto: APA/AFP

Stockholm – Der schwedische Eisschnellläufer Nils van der Poel hat eine seiner beiden Olympia-Goldmedaillen dem in China inhaftierten schwedischen Staatsbürger Gui Minhai geschenkt. Van der Poel gewann bei den Olympischen Spielen in Peking den 5.000-m-Lauf und stellte anschließend mit dem 10.000-m-Gold einen Weltrekord auf. Er übergab die Medaille am Donnerstag an Guis Tochter Angela, um auf die Menschenrechtslage in China aufmerksam zu machen, wie Amnesty International meldete.

"Ich möchte, dass die Menschenrechtsverletzungen in China reduziert werden und Gui Minhai freigelassen wird. Das ist viel verlangt, aber es ist das einzig Vernünftige, was man sich wünschen kann", sagte van der Poel.

Der in China geborene Autor und Buchhändler Gui, der die schwedische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde im Februar 2020 wegen Spionage zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. "Wir fordern weiterhin konsularischen Zugang und bestehen mit Nachdruck darauf, dass Gui Minhai freigelassen wird und zu seiner Tochter und seiner Familie zurückkehren kann", erklärte die schwedische Außenministerin Anna Linde auf Twitter.

Van der Poel sagte, die jüngsten Olympischen Winterspiele in Peking seien dazu benutzt worden, Menschenrechtsprobleme zu beschönigen. Gui hatte zuvor in Hongkong gelebt und Bücher verkauft, in denen er die chinesische politische Führung kritisiert.

"Ich kann nicht für alle Olympioniken sprechen, aber ich und meine Sportfreunde haben unser Leben damit verbracht, nach der Spitze zu streben, und die chinesische Regierung benutzt unsere Träume als politische Waffe, um ihr Regime zu legitimieren. Das wurde für mich persönlich und ich fühlte mich benutzt", so van der Poel. (APA; 25.2.2022)