Ein Herz aus Kerzen für die Menschen in der Ukraine.

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Tausende Menschen haben am Sonntagabend in einem von der Initiative #YesWeCare organisierten Lichtermeer am Wiener Heldenplatz ihre Solidarität mit der Ukraine bekundet. Neben betroffen gedenkenden Teilnehmenden kam auch eine lautstarke ukrainische Community, die in den letzten Tagen bereits wiederholt demonstriert hatte. Mit dem Äußeren Burgtor wurde zudem ein erstes Bundesgebäude in Wien in die ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb gehüllt.

"Der Krieg war da, und es war relativ klar, dass wir ein '#YesWeCare' auch für die Situation in der Ukraine machen wollen", sagte der Organisator Daniel Landau. Er wisse, dass sehr viele Menschen in der Ukraine diese Zeichen rund um die Welt sehr bewusst wahrnehmen würden. Die Veranstaltung sei Protest, ein Aufruf für den Frieden, aber auch ein klares Zeichen, dass es einen Aggressor gebe. Ein Vertreter der Polizei sprach von 7.000 Teilnehmenden.

Nicht allein

"Es ist in Zeiten wie diesen wichtig, allen Menschen in der Ukraine und allen mit Familie in der Ukraine zu sagen: Ihr seid nicht allein", sagte die ebenso anwesende SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Mit Verweis auf eine diesbezügliche Aussage von UNO-Generalsekretär António Guterres plädierte die Politikerin dafür, dem Frieden eine Chance zu geben, obwohl diese Chance derzeit als sehr gering erscheine.

Während einige Hundert Personen, die um ein Herz aus Kerzen standen, zunächst eher betroffen einigen Interpretationen des Wiener Pianisten und Sängers Paul Gulda lauschten, bekundeten Vertreterinnen und Vertreter der ukrainischen Diaspora erneut ihren lautstarken Proteste. Sie skandierten ukrainische Sprüche, für die sich zunehmend auch nichtsprachkundige Österreicherinnen und Österreicher interessierten. Immer wieder erfolgt der Ruf "Ruhm für die Ukraine" auf Ukrainisch. Es wurde auch die ukrainische Nationalhymne gesungen.

Einige hatten Plakate mitgebracht, darunter auch ein tagesaktuelles. Eine junge Frau hielt einen Karton mit dem Spruch "Ihr könnt unseren Mrija zerstört haben, aber werdet nur unseren Traum zerstören" in die Höhe. Am Sonntag war bekannt geworden, dass im Zuge von Kriegshandlungen des größte Transportflugzeug der Welt, eine am Boden befindliche Antonow vom Type An-225 Mrija, außerhalb von Kiew zerstört worden ist. "Mrija" ist das ukrainische Wort für "Traum". (APA, 27.2.2022)