Apple will 2022 eine Rekordanzahl an Produkten veröffentlichen. Am 8. März findet die erste Präsentation statt.

Apple

Wenn Apple am Dienstag in einer Online-Präsentation die ersten neuen Produkte des Jahres vorstellt, ist das erst der Startschuss. Im Laufe der kommenden Monate stehen nicht zuletzt durch den Umstieg von Intel-Prozessoren auf die eigene Chiparchitektur diverse Updates bei den Macs an. Aber auch bei iPhones, iPads und den Airpods-Kopfhörern sind neue Modelle zu erwarten. Und dann ist da noch die sagenumwobene Brille für Virtual und/oder Augmented Reality.

Event am 8. März

Aus dem pulsierenden neonfarbenen Apple-Logo und dem Schlagwort "Performance" zu schließen, welche Produkte der Konzern am Dienstag vorstellen wird, ist Kaffeesudlesen. Geht man nach bisherigen Präsentationen im Frühling und berücksichtigt Berichte aus Zulieferkreisen, lassen sich daraus einige zuverlässige Rückschlüsse ableiten.

  • iPhone SE (dritte Generation)
    Dass das Einstiegsmodell des iPhone nach 2016 und 2020 neu aufgelegt wird, ist so gut wie sicher. Auch dass das Smartphone mit 5G-Funktionalität ausgestattet wird, liegt auf der Hand. Beim Design könnte es jedoch eine Enttäuschung geben und Apple weiterhin auf das iPhone-8-Konzept mit Homebutton setzen, dem Gerät aber zumindest einen schnelleren A15-Prozessor spendieren.

  • iPad Air (fünte Generation)
    Apples Tablet-Portfolio ist mit dem Einsteiger-iPad, iPad Mini, iPad Air und iPad Pro mittlerweile ziemlich unübersichtlich geworden. Das Mittelklasse-Tablet iPad Air ist zuletzt 2020 aktualisiert worden. Es soll mit 5G-Funktionalität und dem A15-Chip mehr Leistung bekommen. Der besonders leistungsstarke M1-Chip bleibt wohl dem teureren iPad Pro vorbehalten.

  • Mac mini Pro
    Der einige Jahre eher sträflich vernachlässigte kleine Desktopcomputer hat durch das Upgrade mit dem Apple-eigenen Prozessor M1 neues Leben eingehaucht bekommen. Noch nicht aktualisiert wurde das teuerste Modell, das noch mit einem Intel-Prozessor ausgestattet ist. Apple könnte dem Mac mini ein Pro-Upgrade mit M1 Pro bzw. M1 Max verabreichen.
Neue Monitore und ein Mac Pro mit den neuen Apple-Prozessoren könnten im Juni oder Herbst vorgestellt werden.
Foto: BRITTANY HOSEA-SMALL

Entwicklerkonferenz WWDC Juni

Die Worldwide Developers Conference (WWDC) steht meist im Zeichen von neuer Software. Gleichzeitig nutzt Apple die Konferenz gern, um die zehntausenden Entwicklerinnen und Entwickler mit bahnbrechender Hardware zu beeindrucken oder neue Kategorien wie etwa die Apple Watch anzukündigen.

  • VR-Brille
    Ob die Zeit im Juni bereits reif ist, dass Apple seine Brille bzw. Headset ankündigt, die den Einstieg des Konzerns in virtuelle Realität oder auch Augmented Reality bzw. andere Mischformen bedeutet? Einerseits hieß es, Apple kämpfe bei der Hardware-Umsetzung noch mit Problemen. Andererseits tauchte bereits der potenzielle Name "realityOS" des Betriebssystems im Software-Code auf. Apple könnte die WWDC auch nutzen, um wie bei der Apple Watch das System lange vor der fertigen Hardware vorzustellen.

  • iMac Pro
    Wahrscheinlicher als die VR-Brille ist, dass der mit bunten Farben und dem M1 aktualisierte 24-Zoll-iMac ein größeres Pendant erhält. Da Apple das kleinere Modell eher als Lifestyle-Produkt inszenierte, könnte ein iMac Pro mit 27 oder mehr Zoll Display Profi-Nutzer ansprechen. Darin sollte M1-Pro- und M1-Max-Prozessoren werkeln, das Display wird auf mini-LED ProMotion aktualisiert.

  • Mac Pro
    Die WWDC wäre naturgemäß auch ein guter Zeitpunkt, um den ultimativen Mac auf Basis der eigenen Chiparchitektur vorzustellen. Bereits seit fast einem Jahr geistern Spezifikationen wie 16- und 32-High-Performance-Kerne und Grafikchips mit 64 oder 128 Kernen durch die Gegend. Ein neues, kleineres Design wird erwartet. Gerätselt wird auch, ob Apple einen speziellen Hochleistungschip ankündigt, der auf dem M1 Pro oder Max aufbaut oder den M2 vorwegnimmt.

  • Apple-Monitor
    Mit dem Pro Display XDR hat Apple zwar seit einiger Zeit einen Highend-Monitor im Programm, der mit 6K-Auflösung bei 32 Zoll und enormem Kontrastverhältnis punktet. Mit einem Verkaufspreis ab 5.500 Euro ist er für die meisten Menschen völlig unerschwinglich. Durch die Leistungsfähigkeit des M1-Chips lassen sich auch Einsteiger-Macbooks problemlos mit hochauflösenden Monitoren verbinden. Apple könnte dieser Nachfrage Rechnung tragen und ein erschwinglicheres 27-Zoll-Display auf mini-LED-Basis bringen.
Neues Jahr, neue iPhones. Im September ist es wieder so weit.
Foto: BROOKS KRAFT/AFP

September-Präsentation

Auch wenn der Vorstellungstermin von Geräten wie dem Mac Pro oder dem externen Apple-Monitor sich verschieben könnte: Dass das iPhone 14 im September vorgestellt wird, ist keine besonders gewagte Prognose. Die Frage ist eher, wie das Smartphone optisch aussehen wird.

  • iPhone 14
    Was die Display-Größen betrifft, wird Apple aller Voraussicht am günstigeren regulären Modell mit 6,1 Zoll festhalten und wieder eine Pro-Version mit 6,1 und ein Pro Max mit 6,7 Zoll Diagonale auf den Markt bringen. Das kleinere iPhone Mini dürfte aufgrund schlechter Verkaufszahlen bei den aktuellen Modellen Geschichte sein. Dafür soll ein größeres iPhone Max eingeführt werden. Neben kleinerem Notch bzw. einem Loch für Kamera und FaceID-Sensoren werden 8GB RAM erwartet und ein 48-Megapixel-Sensor in der Hauptkamera.

  • Apple Watch (Series 8)
    Nach einem eher enttäuschenden Update im Vorjahr – Berichten zufolge soll ein eckigeres Redesign der Uhr an Produktionsproblemen gescheitert sein – hoffen Apple-Fans auf eine aufregende neue Uhr. Weniger gesichert ist, dass in diesem Jahr erstmals ein größeres Modell zu erwarten ist sowie eine besonders bruchsichere Outdoor-Version (Rugged).
Chips aus dem (fiktiven) Apple-Labor. 2022 wird der M2 vorgestellt.
Foto: Apple

Spätherbst 2022

Nach der iPhone-Präsentation schiebt Apple im Oktober und November meist weitere Produkt-Events nach. Definitiv erwartet wird dabei die neue Prozessorgeneration M2, die in Kombination mit neuer Mac-Hardware präsentiert wird.

  • Macbook Air
    Die Neuauflage des überaus beliebten Macbook Air zählt zu den am meisten antizipierten Apple-Geräten des Jahres. Analog zum neuen iMac könnte es mit einem dünnen weißen Bildschirm-Rand und weißem Keyboard, dafür aber in diversen Aluminiumfarben auf den Markt kommen. Im Inneren könnte der neue Prozessor M2 verbaut werden. Denkbar ist auch, dass der Laptop früher auf den Markt kommt.

  • iPad Pro
    Vom superschnellen neuen Chip M2 sollte auch das besonders leistungsstarke neue iPad Pro profitieren, das rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft verfügbar sein soll. Beim Display ist ein Update auf mini-LED geplant. Weniger sicher ist, ob das neue iPad Pro sich drahtlos laden lässt und vielleicht sogar als Ladestation für Airpods dienen könnte.

  • Airpods Pro 2
    Definitiv fällig und eine sichere Cashcow sind die Airpods Pro. Apples In-ear-Kopfhörer, die mit Geräuschunterdrückung ausgestattet sind, könnten einmal mehr ihre Form wechseln und ihren ohnehin bereits geschrumpften Bügel gänzlich verlieren. Ob hingegen auch die Highend-Kopfhörer Airpods Max eine Neuauflage mit USB-C-Anschluss bekommen, ist unklar.

  • Diverses
    Neben den oben genannten Produkten könnte es auch kleinere Updates für Apples Airtags, ein günstiges iPad und ein 13-Zoll-Macbook Pro geben. Auch Zubehör wie der iPad-fähige Apple Pencil, ein neues iPad-Keyboard und neue Homepod-Lautsprecher sind denkbar.

2023 und darüber hinaus

2022 ist die Zeit definitiv noch nicht reif für das sagenumwobene Apple-Auto, das in den vergangenen Jahren mindestens so viele Projekttode gestorben ist, wie es unbestätigte Ankündigungen genossen hat. Auch ein faltbares iPhone, an dem Apple arbeiten soll, wird frühestens 2023 auf den Markt kommen. (Martin Stepanek, 6.3.2022)