Alles "nominal", also dem Soll-Zustand entsprechend: Anton Schkaplerow (Mitte) reiste mit Mark Vande Hei (links) und Pjotr Dubrow (rechts) in einer Sojus-MS-19-Raumfähre von der ISS zur Erde. Diesmal trug niemand auffällig gelb-blaue Uniformen.
Foto: Bill Ingalls / Nasa / AP

Gemeinsam verließen sie die Erde, gemeinsam kamen sie nach einem knappen Jahr auf der ISS zurück: Der US-amerikanische Astronaut Mark Vande Hei und der Kosmonaut Pjotr Dubrow sind – gemeinsam mit dem ebenfalls russischen Kollegen Anton Schkaplerow – in Kasachstan gelandet. Wie beim Hinflug am 9. April 2021 waren sie mit einem Sojus-Raumschiff unterwegs.

Zurück auf der Erde: Nach einem Fallschirmflug in der Sojuskapsel sind Mark Vande Hei, Pjotr Dubrow und Anton Schkaplerow sicher und gesund in der kasachischen Steppe gelandet.
Foto: Nasa / AP

Spekulationen darüber, dass die internationalen Spannungen für eine Abweichung vom Plan sorgen könnten, wiesen sowohl die Nasa als auch die russische Weltraumbehörde Roskosmos zurück. Nach einem etwa vierstündigen Flug kam die Crew am Mittwochmittag um 13:28 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit an. Wie geplant legte die Raumkapsel die letzten Kilometer zur Erde mit einem Fallschirm zurück. Nach der Landung in der Steppe trafen mehrere Hubschrauber ein, die auch für den Abtransport der Raumfahrer sorgen. Hilfskräfte kümmern sich um einen sicheren Ausstieg.

Zurück in USA und Russland

Nach erster medizinischer Versorgung – die Rückkehrer müssen sich nun unter anderem wieder an das Leben ohne Schwerelosigkeit und mit Erdanziehungskraft gewöhnen – und einem Kleidungswechsel werden die drei Männer zunächst per Helikopter innerhalb von zwei Stunden in die kasachische Stadt Qaraghandy transportiert. Hier trennen sich die Wege: Während Mark Vande Hei mit einem Nasa-Jet die Reise nach Houston, Texas, antritt, kehren Pjotr Dubrow und Anton Schkaplerow zurück zur "Star City" Swjosdny Gorodok in der Nähe von Moskau, wo sich das Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum befindet.

Mark Vande Hei ist zurück von seinem Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation und stellte einen neuen US-Rekord auf.
Foto: Kayla Barron / Nasa / AP

Der 55-jährige Vande Hei wird zum US-Amerikaner mit dem längsten Aufenthalt im Weltraum und löst den bisherigen Rekordhalter Scott Kelly ab, der 341 aufeinanderfolgende Tage im All verbrachte. International betrachtet steht er damit allerdings einigen russischen Raumfahrern nach: Waleri Poljakow verbrachte mehr als 437 konsekutive Tage im All, hauptsächlich auf der einstigen russischen Raumstation Mir und ohne Weltraumausstieg.

Kommandowechsel auf der ISS

Auf der Internationalen Raumstation kam es nun außerdem zu einem Wechsel des Kommandos. Schkaplerow hatte vor seiner Abreise die Leitung der ISS in einer offiziellen Zeremonie an den US-Amerikaner Thomas Marshburn abgegeben, dessen dritter Weltraumaufenthalt dies bereits ist. Auch wenn die Menschen auf der Erde "Probleme" hätten, bleibe die ISS ein "Symbol der Kooperation", sagte Schkaplerow bei einer kurzen Ansprache. Marshburn bedankte sich und betonte, es sei eine "Ehre und ein Privileg" für ihn, Kommandant der ISS zu werden. Danach gab es zahlreiche Umarmungen.

Neben Marshburn verbleiben vorerst Raja Chari und Kayla Barron von der Nasa und der deutsche Matthias Maurer auf der Raumstation. Diese dritte Space-X-Crew auf der ISS wird im April die Rückreise antreten und von Crew vier abgelöst, zu der auch die Esa-Astronautin Samantha Christoferetti gehört. Vor kurzem erreichten drei Kosmonauten die Internationale Raumstation, die mit gelb-blauer Uniform international Aufmerksamkeit erregten. Die Farben wurden allerdings bereits lange im Vorfeld ausgewählt und sollen nicht Solidarität mit der Ukraine, sondern die Staatliche Technische Universität Moskau repräsentieren, die die Kosmonauten besuchten. (sic, 30.03.2022)