Der Feuerwehrausrüster kommt um Kurzarbeit nicht herum.

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Wien/Leonding – Der oberösterreichische Feuerwehrausrüster Rosenbauer hat 2021 einen Gewinneinbruch erlitten. Lieferkettenprobleme und Corona-bedingt verzögerte Kundenabnahmen bremsten das Geschäft. Das Periodenergebnis brach gegenüber 2020 von 41 auf 23,3 Millionen Euro ein – ein Minus von 43,3 Prozent, wie das Unternehmen am Freitag bekanntgab. Die Orderbücher sind gut gefüllt. Die Dividende wird gekappt. Am Firmensitz in Leonding sind nun 260 Beschäftigte drei Monate lang in Kurzarbeit.

Somit ist nur ein kleiner Teil der Belegschaft in Oberösterreich von der Maßnahme betroffen, die bis Juni läuft. Insgesamt beschäftigt Rosenbauer in Leonding rund 1800 Personen, ohne Leasingbeschäftigte sind es rund 1500. "Es sind die Fahrzeugfertigungslinien, aber nicht der gesamte Fahrzeugbereich betroffen", erklärte Unternehmenschef Dieter Siegel am Freitag. Konzernweit beschäftigte das börsennotierte Unternehmen per Ende Dezember 4130 Mitarbeiter, ein Zuwachs von 3,7 Prozent.

Ukraine-Krieg als Belastung

Das Problem mit den international verworfenen Lieferketten hat sich heuer im Februar mit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine verschärft, mit noch nicht absehbaren negativen Folgen für die Weltwirtschaft. Insgesamt gebe es derzeit "keine dauerhaften Unterbrechungen", aber weitere Verzögerungen bei Fahrzeugübergaben und in der Lieferkette. "Die Versorgung mit Chassis ist durch den Krieg sehr angespannt", sagte Siegel.

Rosenbauer halte sich an die Russland-Sanktionen des Westens: "Wir haben das Russland-Geschäft eingestellt", sagte der Konzernchef. Das gelte seit Monatsbeginn – wenn, dann gebe es nur "sehr kleine Notlieferungen" für den humanitären Bereich.

Guter Ordereingang

Die Auftragslage ist erfreulich. Zum Jahresende erreichte der Orderbestand ein Volumen von 1,15 Milliarden Euro und lag somit deutlich über einem Jahresumsatz. Allerdings rutschte der Konzern bei den Verkaufserlösen im zweiten Coronajahr wieder unter die Milliarden-Euro-Marke – der Umsatz verringerte sich gegenüber 2020 um 6,6 Prozent auf 975,1 Millionen Euro. Die Dividende soll dem massiven Ergebnisrückgang entsprechend gekappt werden – nämlich von 1,50 Euro auf 90 Cent je Aktie. (APA, 8.4.2022)