Laut Russlands Präsident Wladimir Putin läuft der Krieg in der Ukraine nach Plan.

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Wostotschny – Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag vor Journalisten erklärt, dass die Ziele der "Spezialoperation" in der Ukraine erreicht würden. "Daran gibt es keinen Zweifel", sagte er während der Besichtigung des russischen Weltraumbahnhofs Wostotschny im äußersten Osten des Landes der Agentur Interfax zufolge. Er verteidigte zudem erneut seine Entscheidung zum Einmarsch in die Ukraine als alternativlos.

Die Operation diene der Gewährleistung der russischen Sicherheit: "Wir hatten keine andere Wahl", sagte Putin. Der Konflikt mit den "antirussischen Kräften in der Ukraine" sei nur eine Frage der Zeit gewesen. Viele internationale Experten hatten dem Kreml-Chef in der Vergangenheit hingegen vorgeworfen, den Schutz russischer Menschen in der Ukraine nur als Vorwand für den Krieg zu benutzen. Militärexperten und Militärexpertinnen sowie westliche Geheimdienste vertreten weitgehend die Einschätzung, dass Russland das Ziel hatte, die Ukraine in wenigen Tagen einzunehmen – was nicht gelungen ist.

Unterwegs mit Lukaschenko

Putin betonte, dass sich Russland nicht vom Rest der Welt abschotten wolle. Auch die Sanktionen, mit denen der Westen auf die Invasion reagierte, können Russland nach Ansicht Putins nicht isolieren. Moskau werde sein technisches und technologisches Potenzial – speziell im Weltall – weiter ausbauen, sagte er.

Putin ist zusammen mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko zur Besichtigung des Weltraumbahnhofs geflogen. Dabei wollte er sich Kreml-Angaben zufolge später am Tag auch das erste Mal seit Beginn des Krieges den Fragen von Medienvertretern stellen.

Selenskyj fordert mehr Sanktionen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief indessen am Dienstag die Europäische Union eindringlich zu Sanktionen gegen alle Banken und die Ölindustrie Russlands auf. Für einen Stopp der Gas-Importe müsse die EU eine Frist setzen, sagt er in einer Video-Botschaft vor dem litauischen Parlament. "Nur dann wird die russische Regierung verstehen, dass sie sich um Frieden bemühen muss."

Wenn es hinsichtlich eines Gas-Embargos noch immer keine Klarheit gebe, dann könne niemand sicher sein, dass es den Willen zur Beendigung russischer Kriegsverbrechen gebe. (APA, 12.4.2022)