Ausgehend von den beliebtesten Reisezielen Europas hat Motel One eine Liste mit europäischen Städten erstellt, die sich am besten für eine Erkundung zu Fuß eignen. Kriterien hierfür waren laut der Hotelkette Fluggastzahlen, Google-Trends sowie Touristenmagneten. Um festzustellen, was die Top-Attraktionen jeder Stadt sind, wurden Ergebnisse von Tripadvisor und Google ausgewertet.

Entscheidend war, dass sich in jeder Stadt mindestens fünf große Sehenswürdigkeiten befinden, die sich auf einem Spaziergang von 30 Minuten bis anderthalb Stunden gut zu Fuß erreichen lassen. Diese Stadttouren erstrecken sich über Distanzen von 2,3 bis zu 6,7 Kilometern. Aus den Daten zu Gehdauer, Streckenlänge und Höhenunterschied ergab sich eine Tabelle, die in das Top-Ten-Ranking umgewandelt wurde.

Hier sind die zehn besten Städte, die man gut zu Fuß erkunden kann.

1. Brügge, Belgien

Laut dem Ranking von Motel One eignet sich Brügge von allen Städten in Europa am besten für einen Spaziergang. Die berühmtesten Attraktionen der Stadt mit ihrem mittelalterlichen Marktplatz, einschließlich des Biermuseums, befinden sich dicht nebeneinander, umgeben von Kanälen und einer beeindruckenden Architektur des 14. Jahrhunderts. Wo man auch hingehe, überall treffe man in dieser Stadt "auf Magie und Charme", heißt es.

Brügge
Foto: EPA/STEPHANIE LECOCQ

Wenn man jedoch seine Zeit optimal nutzen und auskosten möchte, dann empfehle sich diese Route mit ihren zahlreichen Attraktionen: Ausgangspunkt ist der Pulverturm, der früher als Lager für Schießpulver innerhalb der historischen Stadtmauern diente. Von hier aus führt der Weg über die Begijnhof-Brücke in die Altstadt. Wenn man weiter entlang der beliebten Grachten geht, kommt man am Groeningemuseum vorbei und gelangt weiter unten auf den Marktplatz, auf dem reges Treiben herrscht, besonders zur Weihnachtszeit. Am Ende des Spaziergangs warten zwei Attraktionen mit Top-Bewertungen: das Frietmuseum, das weltweit erste (und womöglich einzige) Pommes-Museum, und die Choco-Story, die sich ganz der 4.000-jährigen Geschichte der Schokolade widmet.

Diese Route auf Google Maps.

2. Manchester, England

Auf dem zweiten Platz landet Manchester, Heimat des National Football Museum. Und das sei nur eine der Attraktionen, die man auf einem Spaziergang durch die europäische Stadt sehen könne, heißt es in diesem Ranking. Nach nur 30 Minuten und 2,4 Kilometern sei man bereits an sechs der beliebtesten Orte von Manchester vorbeigekommen. Zudem: "Manchester steckt voller Kultur und Abwechslung. In kaum einer anderen Stadt macht es so viel Spaß, sich ziellos herumtreiben zu lassen."

National Football Museum, Manchester
Foto: REUTERS/Jon Super

Noch besser sei es allerdings, eine Route zu wählen, auf der man die wichtigen Must-sees der Stadt entdecken kann: Los geht es an der Chetham’s Library, die 1451 erbaut wurde und damit die älteste öffentliche Bibliothek in der englischsprachigen Welt ist. Wenn man Zeit hat, dann kann man an einer Führung teilnehmen. Wenn man jedoch lieber seine Fußballkenntnisse (oder sein Fußballtalent) testen möchte, dann ist das National Football Museum die nächste Station. Hier sind tausende Fußball-Denkwürdigkeiten und interaktive Installationen zu bewundern. Weiter geht es ein Stück den Fluss entlang, man kommt an der Kathedrale von Manchester und der beliebten Getreidebörse vorbei und gelangt schließlich zum People’s History Museum im Zentrum. Hier kann man Exponate von den Anfängen der Zivilisation bis heute bewundern. Die letzte Station ist das Manchester Science and Industry Museum, ein Museum für Naturwissenschaften, Technikgeschichte und Industriegeschichte, das mit seiner historischen Architektur und seinem modernen Design ein echtes Highlight ist.

Diese Route auf Google Maps

3. Frankfurt am Main, Deutschland

Die drittplatzierte unter den spaziergängerfreundlichsten europäischen Städten verbindet Moderne mit Geschichte und Tradition, liest man. Frankfurt gehöre als kultivierte, lebhafte und schöne Stadt zu den Lieblingsorten weltweit.

Städel-Museum, Frankfurt am Main
Foto: imago images/Hannelore Förster

Die von Motel One vorgeschlagene Route: Man startet am Städel-Museum – einem sonderbaren, überraschenden Gebäude, das Kunstwerke und Installationen aus mehreren Jahrhunderten beherbergt. Von hier aus schlendert man am Main entlang und geht über den Eisernen Steg, der nachts bei Beleuchtung "einfach umwerfend" aussieht. Kurze Zeit später kommt man zum Römer, dem Rathauskomplex der Stadt – mit der am besten erhaltenen Fassadenarchitektur weltweit. Diesen Anblick sollte man sich nicht entgehen lassen. Vom Domturm aus, dem höchsten Punkt der Stadt, hat man einen guten Blick über die Stadt.

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4. Dubrovnik, Kroatien

Dubrovnik, Nummer vier auf der Liste, ist zwar eine kompakte Stadt, jedoch auch herausfordernd beim Gehen. Der Höhenunterschied beträgt insgesamt 69 Meter, erfährt man. Dies möge vielleicht nicht nach viel klingen, macht sich jedoch beim Steigen der Treppen deutlich bemerkbar, besonders bei Hitze.

Dubrovnik
Foto: imago images/Pixsell

Vorgeschlagene Route: Vom Zentrum in die Umgebung und in die Altstadt zu kommen, stellt ein Abenteuer für sich dar, allerdings ein sehr lohnenswertes. Steigt man ausgehend von den Ruinen der historischen Stadtmauer von Dubrovnik hinunter zum Danče-Strand, genießt man die Ausblicke über Felsen und das Meer. Wenn man sich von der Aussicht losreißen kann, wird man mit zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten entlang der Route belohnt. Das Pile-Tor gehört zum Befestigungswall und ist einen Besuch wert. Auf dem Weg warten weitere architektonische Höhepunkte darauf, entdeckt zu werden – von Kirchen bis zum alten Haupttor Vrata od Ploča.

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5. Leipzig, Deutschland

Leipzig wurde vor über 1.000 Jahren gegründet und ist die einwohnerreichste Stadt im Freistaat Sachsen. "Und auch wenn Leipzig eine moderne Metropole ist, kann man die über tausendjährige Geschichte hier vor Ort überall fühlen und sehen", heißt es von den Erstellerinnen und Erstellern dieser Liste. Mit sieben topbewerteten Sehenswürdigkeiten in Gehdistanz biete sich Leipzig für Erkundungen zu Fuß an, nicht zuletzt auch, weil es überall flach ist.

Das Neue Rathaus, Leipzig
Foto: imago images/Christian Grube

In einer so grünen Stadt ist es nur passend, dass die Route am Botanischen Garten startet und am Leipziger Zoo endet. Zwischen diesen beiden Punkten liegen zwar einige Straßenbahnhaltestellen, doch würde man auf diesem Wege die beeindruckende Architektur des Neuen Rathauses und das Bach-Museum verpassen, das sich ganz dem hellsten Stern der klassischen Musik widmet. Das Gleiche gilt für den Marktplatz, der typisch ist für einen deutschen Markt, und das einzigartige Stadtgeschichtliche Museum sowie einige großartige Shopping-Möglichkeiten. Die Tour dauert 45 Minuten, lässt sich aber auf Wunsch ganz einfach zu einem wunderschönen Tagesausflug erweitern.

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6. Zürich, Schweiz

Zürich liegt in der nördlichen Schweiz und am Ufer des gleichnamigen Sees. Hier stelle sich ein echtes Hauptstadtgefühl ein, auch wenn die Schweiz streng genommen gar keine offizielle Hauptstadt hat (und außerdem Bern diese Funktion übernimmt, wenngleich sie als Bundesstadt bezeichnet wird), liest man.

Zürich
Foto: imago/blickwinkel

Vorgeschlagen wird diese Route: Zürich ist aus vielerlei Gründen bemerkenswert, nicht zuletzt aufgrund des Zürichsees, der von der Stadt regelrecht umarmt und eingerahmt wird. Der Ausgangspunkt ist der Pavillon Le Corbusier, das letzte und bunteste Werk des bekannten Architekten, das sich aufgrund seiner gewagten Architektur besonderer Bekanntheit erfreut. Geht man von hier aus Richtung Opernhaus Zürich, genießt man die majestätischen Ausblicke über den See und auf die Doppeltürme des Grossmünsters, einer romanischen Kirche. Auf der anderen Seite der Münsterbrücke wartet das Fraumünster mit seinen kunstvollen Glasfenstern. Wenn man an dieser Stelle Lust auf ein Getränk und ein Stück Schweizer Schokolade verspürt, dann wird man in einem der zahlreichen Cafés in dieser Gegend fündig. Die letzte Etappe führt vorbei am FIFA World Football Museum und zum Rieter Park.

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7. Venedig, Italien

In Venedig sei man auch überraschend gut zu Fuß unterwegs, meint man bei Motel One. Es gebe einfach mehr Brücken als in anderen Städten. "Man bewegt sich durch enge Gassen und verwinkelte Wege in dieser Stadt, die zu den romantischsten Orten der Welt zählt und niemanden unberührt lässt", liest man.

Venedig
Foto: Getty Images/DieterMeyrl

Diese Route wird empfohlen: Die erste der vorgeschlagenen sieben Stationen ist das Ca’ Pesaro Museum für moderne Kunst, ein Museum, das nicht zuletzt aufgrund seiner Lage am Wasser begeistert. Von hier aus führt der Weg entlang von Kanälen und durch enge Gassen zur Basilika Santa Maria Gloriosa dei Frari und von dort aus zurück über verschlungene Fußwege zur Rialto-Brücke. Überall auf dem Weg bieten sich Fotomotive, etwa die Ponte dei Bareteri und die klassische Venedig-Szenerie drum herum mit all den Gondeln und der Farbenpracht. Falls man noch keine Pause eingelegt hat, dann geht es jetzt zur Punta della Dogana. Hier wird man mit "unvergesslichen Ausblicken" belohnt.

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8. Amsterdam, Niederlande

Dieser Routenvorschlag für Amsterdam macht sich die nahezu unzähligen, praktisch gelegenen Brücken im Herzen Amsterdams zunutze und hat einen deutlicheren Schwerpunkt auf Geschichte und Kunst als andere Tourenvorschläge für diese Stadt.

Amsterdam
Foto: imago/robertharding

Auf dem Weg vom Anne-Frank-Haus zum Dam-Platz kommt man an bedeutenden Museen und anderen Sehenswürdigkeiten vorbei, bevor man vor der Oude Kerk (Alte Kirche) steht, dem ältesten Gebäude der Stadt. Auffällige niederländische Architektur ist überall auf dem Weg über Straßen und Brücken zum Rembrandthuis zu sehen. Aus dem Haus, in dem der produktive Maler einst lebte und arbeitete, ist heute ein Museum geworden. Das Thema Kunst zieht sich bis zum Van-Gogh-Museum durch, bei dem die Tour endet. Hier kann man die Werke des Künstlers "im extrem beliebten Museum mit seinen Top-Bewertungen" bewundern.

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9. Mailand, Italien

"Die Modehauptstadt Italiens fällt einem nicht als erste ein, wenn man an Städte denkt, die sich gut zu Fuß erkunden lassen. Doch unseren Recherchen zufolge kann man hier in weniger als einer Stunde eine großartige Sightseeing- und Einkaufstour erleben", liest man in diesem Ranking.

Mailänder Dom
Foto: imago/Peter Widmann

Ohne viel Auf und Ab, gut begehbar und einfach beeindruckend: Mailand sei eine Stadt, die man unbedingt gesehen haben sollte. Vom Brunnen Fontana di Piazza Castello vor dem Castello Sforzesco führt der Spaziergang durch den Stadtteil Zona Magenta zur Backsteinkirche Santa Maria delle Grazie bis zum Wissenschafts- und Technikmuseum, das nach dem Genie Leonardo da Vinci benannt ist. Geht man an der Basilika vorbei in den Stadtbezirk ("Municipio") 1, dann eröffnen sich Blicke auf Gebäude im klassischen Stil, zu denen auch der Mailänder Dom gehört. Als eine der weltweit größten Kathedralen bietet der Dom, dessen Vollendung mehr als 600 Jahre dauerte, mit zahlreichen Details einen imposanten Anblick. An diesem Punkt des Spaziergangs finden Shopping-Fans auch High Fashion – Abwege sind hier definitiv lohnenswert, selbst wenn das bedeutet, dass man dann den Botanischen Garten Brera und die Kunst in der Pinacoteca di Brera verpasst.

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10. Prag, Tschechische Republik

Aus Fußgängerperspektive sei Prag schlichtweg eine bequeme Stadt, heißt es über Rang zehn in diesem Ranking. Auf der vorgeschlagenen Spaziergangroute, die nicht einmal eine Stunde dauert und bergab führt, liegen kulturelle Highlights: Einen einzigartigen Blick bietet der Petrinturm, der den Ausgangspunkt für diesen Weg darstellt.

Prag
Foto: imago images / blickwinkel

Auf dem langen Turm-Rundgang kommt man am Miniaturmuseum vorbei, das ebenfalls einen Zwischenstopp wert ist, und an der Prager Burg, einem "echten Fest für die Augen". Auf dem weiteren Weg überquert man die Karlsbrücke und sieht dann die Prager Rathausuhr, auch Altstädter Astronomische Uhr genannt. (red, 18.4.2022)

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