Deprimierend ist auch die Erkenntnis, dass man bei einer Fehlbehandlung seines Gepäcks keine großen Chancen hat, erfolgreich eine Entschädigung zu fordern.

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Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gepäckstück bei einem Flug mit Ryanair beschädigt wird, ist größer als bei jeder anderen Fluggesellschaft. Das geht aus Daten der britischen Civil Aviation Authority (CAA) hervor, die das Gepäckunternehmen Trifibre angefordert hat. Von 823 Ansprüchen wegen beschädigten Gepäcks, die zwischen 2015 und 2020 bei Fluggesellschaften eingereicht wurden, wurde mehr als jeder zehnte bei Ryanair geltend gemacht.

Dass die Billigairline auf Platz eins liegt, scheint nicht zu verwundern. Erstaunlich ist, dass Emirates mit 47 Beschwerden im gleichen Zeitraum auf dem zweiten Platz landet, während die nicht mehr existente Alitalia mit 40 Beschwerden den dritten Platz belegt.

Airlines sind für Gepäck verantwortlich

Deprimierend ist auch die Erkenntnis, dass man bei einer Fehlbehandlung seines Gepäcks keine großen Chancen hat, erfolgreich eine Entschädigung zu fordern. Nur knapp die Hälfte (46 Prozent) aller Klagen wurde zugunsten des Fluggastes entschieden. Während nur zwölf Prozent zugunsten der Fluggesellschaft entschieden wurden, wurde eine große Anzahl von Beschwerden (41 Prozent) von der Fluggesellschaft oder dem Flughafen völlig ignoriert.

Bei Ryanair gehen nicht nur viele Beschwerden über beschädigtes Gepäck ein, sondern die Ansprüche der Ryanair-Kunden scheinen auch in hohem Maße berechtigt zu sein. Nach Angaben der CAA wurden bei der Billigairline auch die meisten Beschwerden zugunsten der Fluggäste entschieden.

Fest steht, dass die Fluggesellschaften für das Gepäck der Passagiere verantwortlich sind, sobald es eingecheckt wurde und bis diese es am Zielort erhalten. Was kann man also tun, um sicherzustellen, dass man seine Ansprüche erfolgreich geltend machen kann, wenn das Gepäck beschädigt wird? Man sollte zunächst eine Reiseversicherung abschließen. Man sollte außerdem Koffer & Co überprüfen, sobald man sie vom Förderband nimmt, Schäden fotografieren und diese umgehend melden, rät Trifibre. (red, 21.4.2022)