Hallo London.

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Mit der Euphorie des Husarenstücks von Barcelona im Gepäck sind Frankfurts Europa-League-Helden auf die Insel aufgebrochen. Die Eintracht um Trainer Oliver Glasner und den im internationalen Scheinwerferlicht glänzenden Martin Hinteregger gastiert im Halbfinale bei West Ham aus der Premier League. Vor dem Hinspiel am Donnerstag (21.00 Uhr/live RTL) ist die Zuversicht groß. Dies gilt auch für RB Leipzig, der zweite Bundesligist im Halbfinale trifft auf die Glasgow Rangers.

42 Jahre nach dem Triumph im UEFA-Cup will sich Eintracht zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte den Traum von einem Endspiel in einem internationalen Club-Wettbewerb erfüllen. Vor drei Jahren scheiterten die damals von Adi Hütter gecoachten Hessen in London in der Vorschlussrunde im Elfmeterschießen am späteren Sieger Chelsea, Hinteregger verschoss dabei in der Entscheidung. Dieses Mal soll Englands Hauptstadt nicht End- sondern Durchgangsstation auf dem Weg ins Finale am 18. Mai in Sevilla sein.

Der nächste Coup

"Jetzt gibt es keine Müdigkeit! Jetzt gibt es Freude, jetzt gibt es Begeisterung, jetzt geht's in die Finals", sagte Oliver Glasner und forderte: "Jetzt heißt es, über den Schmerz gehen." Der Coup im Viertelfinale gegen den FC Barcelona hat das Selbstvertrauen der im laufenden Bewerb immer noch ungeschlagenen Eintracht auf ein neues Level gehoben. Der Europacup übertüncht jedoch, dass es in der heimischen Bundesliga nicht nach Wunsch läuft. Aktuell ist Frankfurt nur Neunter. Die Teilnahme am künftigen internationalen Geschäft über die Liga ist praktisch ausgeschlossen.

Medial war deshalb zuletzt von einem anvisierten Sparkurs im Kader zu lesen. Auch Hinteregger – dessen Vertrag noch bis 2024 läuft – gilt laut Berichten bei einem entsprechenden Angebot als Kandidat für einen Transfer. Die "Sport Bild" schrieb über eine interne Verkaufsliste, auf welcher der 29-Jährige stehen soll. Sportvorstand Markus Krösche dementierte dies. Die Eintracht biete keine Spieler auf dem Markt an, betonte Krösche. Er meinte aber auch: "Es gibt keinen unverkäuflichen Spieler."

Frankfurt unterwegs

Im Londoner Olympiastadion wartet mit West Ham der Siebente der Premier League. Die "Hammers" – in der Gruppenphase zweimal Sieger gegen Rapid – wollen über den Gewinn der Europa League den Sprung in die nächste Champions-League-Ausgabe schaffen. Eine Frankfurter Fan-Ansammlung wie in Barcelona wird es dieses Mal nicht geben. Im Halbfinale erhielten die Gäste nur 3.000 Karten, und auch über andere Wege wird es schwieriger, an solche zu kommen. West Ham und die Eintracht warnten Anhänger vorab ausdrücklich, Karten auf anderen Kanälen als den offiziellen zu erwerben.

1980 holten die Frankfurter in einem Finale mit Hin- und Rückspiel gegen Mönchengladbach den UEFA-Cup. Auch heuer ist ein rein deutsches Endspiel möglich. Leipzig mit Konrad Laimer ist gegen die Rangers leichter Favorit. Die Schotten haben mit Borussia Dortmund aber schon einen deutschen Topclub auf der Abschlussliste. Das Hinspiel findet in Sachsen (21.00 Uhr/live Servus TV) statt, 7.000 Rangers-Fans haben sich angekündigt. Nur die Hälfte davon besitzt Karten für die Partie.

"Sie haben Dortmund aus dem Wettbewerb gehauen, das sagt schon sehr viel aus. Wir wissen um die Stärke dieser Mannschaft", sagte RB-Trainer Domenico Tedesco. Mit den Rangers komme ein physisch sehr starker Gegner. Auf Nachfrage gab es Extralob für Laimer. Tedesco bescheinigte dem 24-Jährigen noch viel Entwicklungspotenzial. "Er ist ein sehr flexibler, variabler Spieler, der uns richtig gut tut, wenn er auf dem Platz ist", sagte er über den Salzburger. Fehlen Leipzig mit Willi Orban und Mohamed Simakan zwei Innenverteidiger gesperrt, stehen bei den Schotten mit Kemar Roofe und Alfredo Morales die besten Stürmer nicht zur Verfügung. (APA, 27.4.2022)