"Mat" (2003) von Zelda Wurigin, gefertigt aus Naturfaser, ist Teil der Schenkung als Weltmuseum.

Foto: Stefan Fiedler – Salon Iris, Wien

Wien – Das Sammlerpaar Karlheinz und Agnes Essl hat dem Weltmuseum Wien eine Schenkung von 58 Objekten der Aboriginal Art übergeben. Von einem "wunderbaren Geschenk" und einem "Glücksfall" sprach Sabine Haag, die Generaldirektorin des KHM-Museumsverbands, am Freitag bei der Unterzeichnung des Schenkungsvertrags. "Es ist eine riesige Freude, diese Objekte zu übernehmen", sagte Weltmuseums-Direktor Jonathan Fine.

Rund 700 Objekte, beginnend mit Erwerbungen aus dem frühen 19. Jahrhundert, umfasst die Sammlung zu Australien im Weltmuseum Wien. Der nun übernommene Werkblock mit Arbeiten von 40 indigenen australischen Künstlern und Künstlerinnen (darunter John Mawurndjul, Fred Ward Tjungurrayi, Melba Gunjarrwanga, Jenny Fraser, Charlie Djinmalala Briansowie, Lena Yarinkura und Maree Puruntatameri) aus den frühen 2000er-Jahren sei "der Anfang einer hoffentlich größeren Kooperation mit australischen Institutionen und Künstlerinnen und Künstlern", sagte Fine, der betonte, die beiden Ausstellungen im Essl Museum ("Dreamtime", 2001, und "Spirit and Vision", 2004) hätten "Österreich und Europa die Augen geöffnet" für die Bedeutung der Aboriginal Art, die auf eine 40.000 bis 60.000-jährige Kunsttradition zurückgehe.

Seit den 1990ern gesammelt

Karlheinz Essl erzählte bei dem Termin vor Journalisten von seinem bis auf die späten 1990er zurückgehenden Interesse an Aboriginal Art und berichtete von abenteuerlichen Reisen zu den Aboriginal Communities im Outback zu einem Zeitpunkt, als australische Museen den kunsthistorischen und künstlerischen Wert der Arbeiten noch gar nicht erkannt hätten. "Je mehr ich in die Tiefe gegangen bin, desto mehr hat es mich begeistert."

Die nun übergebenen Werke habe er privat gekauft, so Essl. Neben der an die Albertina übergebenen Firmensammlung sei auch eine recht umfangreiche Privatsammlung entstanden, von der es noch größere Bestände gebe. Für diese versuche er nun die richtigen Orte zu finden, "wo es einen Sinn macht, ins Konzept passt und die bestehende Sammlung ergänzt". Es geht uns darum, zu wissen, dass sie einen guten Platz haben." 204 Werke vor allem Kärntner Künstler wurden im Februar dem Museum Moderner Kunst Kärnten (MMKK) übergeben, weitere Schenkungen seien in Salzburg, Klosterneuburg und Innsbruck erfolgt oder geplant. Ein paar Stücke seiner Aboriginal Art Sammlung habe er noch zurückbehalten, sagte Essl auf Nachfrage der APA. "Das brauche ich schon noch. Um den Faden nicht zu verlieren." (APA, 29.4.2022)