Elon Musk, Firmenbaumeister.

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Gefühlt mag es bereits mehrere Wochen her sein, dass Elon Musk einen Deal zur Übernahme von Twitter verkündet hat, in der Realität sind es hingegen tatsächlich erst wenige Tage. Tage, in denen das dem Deal vorangehende Nachrichtenchaos durch das dem Deal folgende Nachrichtenchaos ersetzt wurde.

Ein ewiges Auf und Ab

Während Musk selbst durch seine gewohnte Mischung aus ernsten und halbernsten Wortmeldungen das seine zur Verwirrung der Situation beiträgt, schwanken Analysten nun seit Tagen in ihren Bewertungen hin und her, ob der Deal halten wird – oder nicht. Immerhin ist der Kauf zwar abgemachte Sache, in trockenen Tüchern ist er damit aber noch lange nicht. Ein Abschluss ist nach zahlreichen administrativen Schritten und Prüfungen frühestens in einem halben Jahr zu erwarten.

Das hindert Musk nicht daran, bereits konkret für die Zukunft von Twitter zu planen. Und das dürfte einen neuen Chef beinhalten: Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat der Tesla-Boss bereits einen neuen Twitter CEO ausgewählt, das soll auch im Vorfeld bei der Suche nach Investoren für die Finanzierung des Kaufs schon so kommuniziert worden sein.

Öffentliches Brainstorming

Ein Tausch würde aber wohl erst nach dem Abschluss des Deals erfolgen, bis dahin muss sich der aktuell – und in der Öffentlichkeit wenig bekannte – Parag Agrawal mit dieser Aufgabe herumschlagen. Dies während Musk öffentlich mal mehr, mal weniger ausgegorene Ideen zur Zukunft des Dienstes ventiliert.

Wird Tweets einbetten kostenpflichtig?

Eine davon soll ebenfalls bereits gegenüber den Investoren vorgeschlagen worden sein. Musk will demnach die Tweets der Nutzer selbst monetarisieren. Demnach müssten dann etwa externe Webseiten, die einen Tweet eines verifizierten Kontos einbetten wollen, für dieses Privileg zahlen.

Eine Idee, die selbst wieder einige Fragen aufwirft, nicht zuletzt dazu, wie man das durchsetzen will. Immerhin wäre es stattdessen möglich, einfach stattdessen Screenshots von Tweets in Artikel einzubetten. Will man dies hingegen auf dem Rechtsweg durchsetzen, könnte die Diskussion der Frage, wem hier was genau gehört, durchaus interessant werden. Das auch unter dem Aspekt, dass Twitter zu einem guten Teil selbst von externen Inhalten lebt – etwa Snippets von Nachrichtenseiten.

Der Kurs macht unsicher

Unterdessen wollen die Stimmen der Zweifler nicht verschwinden, also jener, die nicht so recht glauben, dass der Deal schlussendlich durchgeht. Das zeigt sich allein schon am Aktienkurs des Unternehmens: Dieser liegt weiterhin rund 10 Prozent unter dem von Musk gebotenen Preis von 54,20 Dollar pro Aktie. Üblicherweise ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass die Aktionäre das Angebot nicht vollständig ernst nehmen. (red, 30.4.2022)