Die Bank musste für mögliche Kreditausfälle wegen höheren Risikos mehr zur Seite legen.

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Wien – Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat zum Jahresauftakt dank Zuwächsen im Kerngeschäft ihren Gewinn verdoppelt. Das Betriebsergebnis habe sich auf 1,09 Milliarden Euro nach 543 Millionen im Vorjahresquartal erhöht, teilte die Bank am Mittwoch mit.

Der hohe Gewinn kam trotz Beteiligungen der RBI in vielen Ländern Osteuropas sowie in Russland und der Ukraine zustande. Auch unter dem Strich verdoppelte sich der Gewinn auf 442 Millionen Euro nach 216 Millionen im Vorjahresquartal. Die RBI liegt damit über den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit einem Konzernergebnis von 165 Millionen gerechnet hatten.

Geringes Kreditwachstum und höhere Risiken

Die wegen ihrer Geschäfte in Russland unter Druck geratene Bank musste allerdings mehr für mögliche Kreditausfälle zur Seite legen. Die Risikokosten erhöhten sich von 76 Millionen auf 319 Millionen Euro. Die Bank prüfe weiterhin wegen des Krieges alle Optionen für ihre russische Tochterbank, bis hin zu einem Ausstieg.

Der Ausblick wurde von der Bank wegen eines geringeren Kreditwachstums und höherer Risikokosten angepasst. Für 2022 werde nun ein stabiles Kreditvolumen mit einem Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet. Der Zinsüberschuss dürfte im oberen und der Provisionsüberschuss im mittleren einstelligen Prozentbereich zunehmen, so die RBI. (Reuters, 4.5.2022)