Musk und Twitter, das nächste Kapitel.

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Wer gemeint hat, dass der Kauf von Twitter durch Elon Musk bereits in trockenen Tüchern ist, sieht sich nun erneut eines Besseren belehrt. In einer kurzen Mitteilung auf der Plattform verkündete Musk, dass der Deal vorübergehend auf Eis gelegt werde.

Untersuchung

Der Grund dafür: Laut Twitter seien weniger als fünf Prozent der Accounts Spam- oder Fake-Konten, dies hatte man Anfang Mai bekanntgegeben. Dieser Zahl scheint Musk aber nicht zu vertrauen, also will er konkrete Zahlen sehen, bevor der Deal fortgesetzt werden kann. Kurz darauf betonte Musk aber, weiterhin an dem Kauf festhalten zu wollen.

Die Börse reagierte auf den pausierten Deal wenig erfreut. Die Twitter-Aktie schloss am Freitag knapp zehn Prozent tiefer. Analystin Susannah Streeter von Hargreaves Lansdown sagte, Musks Vorgehen könne auch Teil einer Strategie sein, um den Kaufpreis zu drücken.

Twitter war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Der US-Konzern hat im Zusammenhang mit der Übernahme durch Musk auf verschiedene Risiken hingewiesen, unter anderem auf die Frage, in welchem Ausmaß Werbetreibende weiterhin auf der Plattform unterwegs sein würden.

Kaufabsichten

Schon seit Wochen sorgt der mögliche Kauf der Social-Media-Plattform durch den US-Unternehmer Musk für Gesprächsstoff. Immer wieder hatte sich der Tesla-Chef kritisch über die Plattform geäußert, die er selbst – mit rund 93 Millionen Followern – als wichtiges Sprachrohr nutzt. Anfang der Woche sorgte er mit der Aussage für Aufregung, als neuer Eigentümer die Sperre von Ex-Präsident Donald Trump auf der Plattform aufheben zu wollen. (red, Reuters, 13.5.2022)

Straßenumfrage in New York: Der reichste Mann der Welt hat Twitter gekauft, um so – wie er behauptet – für mehr Redefreiheit zu sorgen. Doch kritische Stimmen befürchten mehr Raum für Fake-News und Hassreden.
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