Künstliche Intelligenz gibt es schon, aber soll es auch Künstliche Gefühle geben?

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Du kennst bestimmt Filme mit gescheiten Robotern oder Computerprogrammen. Zum Beispiel J.A.R.V.I.S. aus den "Iron Man"-Filmen oder C-3PO aus "Star Wars". Sie denken und handeln wie echte Menschen. Schon lange träumen Menschen davon, solche intelligenten Roboter und Computer auch in Wirklichkeit zu bauen. Auch wenn sie noch nicht so weit wie im Film sind, gibt es schon Programme mit künstlicher Intelligenz. Aber was ist das genau, und wo kommt sie zum Einsatz? Von künstlicher Intelligenz oder auch KI spricht man, wenn Computerprogramme menschliches Denken und Lernen nachahmen. Normalerweise arbeiten Programme genau nach den Regeln, die Entwicklerinnen und Entwickler vorgegeben haben. Bei einem einfachen Schreibprogramm zum Beispiel erscheint der Text, den man auf der Tastatur eintippt.

Mit künstlicher Intelligenz können Programme Aufgaben aber selbstständig lösen und neue Fähigkeiten lernen. Ein Schreibprogramm mit KI kann selbstständig eine Geschichte schreiben. Künstliche Intelligenz kommt schon in vielen Bereichen vor – etwa bei Gesichtserkennung und Sprachassistenten am Handy. Aber auch Übersetzungsprogramme für Sprachen, die Bilderkennung bei Google oder selbstfahrende Autos arbeiten mit künstlicher Intelligenz. Damit das funktioniert, müssen Entwicklerinnen und Entwickler die Programme mit enorm vielen Daten füttern. Diese werden analysiert, und das Programm lernt, neue Muster und Ähnlichkeiten zu erkennen. Das nennt man maschinelles Lernen. Du interessierst dich für Programmieren und KI? Mit der Programmiersprache Scratch kannst du es selbst probieren. Kurse und Anleitungen findest du zum Beispiel bei Acodemy.at oder Code.org.

Es gibt Roboter, die Menschen schon sehr ähnlich sehen. Zum Beispiel Ameca – der Roboter wurde im Jänner in der US-Stadt Las Vegas gezeigt. Auch wenn Ameca lächeln kann wie ein Mensch, hat der Roboter keine Gefühle.
DER STANDARD

Sollen Maschinen auch fühlen?

Computerprogramme können menschliches Denken und Lernen nachahmen. Aber wie sieht es eigentlich mit Gefühlen aus? In Filmen und Serien sehen wir öfter Roboter, die Späße machen, beleidigt sind, sich verlieben oder böse werden. Gibt es so etwas in Wirklichkeit auch? Für Gefühle und Emotionen sind beim Menschen und vielen Tieren bestimmte Vorgänge im Gehirn verantwortlich. Sie entstehen durch äußere Eindrücke. Hören wir zum Beispiel ein sehr lautes Geräusch, erschrecken wir und bekommen vielleicht Angst. Unser Herz schlägt schneller, und wir sind bereit wegzulaufen. Denn hinter dem Geräusch könnte vielleicht eine Gefahr stecken. Gefühle sind auch für unsere Beziehungen sehr wichtig, zum Beispiel für die Bindung zwischen Eltern und Kindern. Dabei spielen auch verschiedene Hormone eine wichtige Rolle, die unser Körper herstellt.

Es gibt zwar Roboter, die wie Menschen aussehen und Gefühlsausdrücke wie Lachen nachahmen können. Das tun sie aber, weil sie dazu programmiert wurden, und nicht, weil sie sich wirklich freuen. Manche Forscher gehen davon aus, dass es irgendwann fühlende Computer und Roboter geben wird, andere glauben das nicht. Wissenschafter beschäftigen sich aber nicht nur mit der Frage, wie man Computerprogrammen Gefühle beibringen könnte, sondern auch, ob man das überhaupt tun sollte. Überleg dir einmal Folgendes: Du hast einen Roboter zu Hause, der deiner Familie im Haushalt hilft und mit dem du spielen kannst. Er macht alles, was ihr ihm auftragt, und ihr könnt ihn jederzeit ausschalten. Hätte er Gefühle, könnte er sich auch einmal weigern zu helfen, oder er würde vielleicht wütend werden, wenn er ein Spiel verliert. Wäre das gut oder schlecht? (Birgit Riegler, 15.5.2022)