Der HSV trifft in der Relegation auf Felix Magaths Hertha Berlin.

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Bremen/Rostock – Bremen jubelt, Hamburg hofft, Darmstadt trauert: Nach Schalke 04 hat auch Werder Bremen beim Showdown im dramatischen Aufstiegsrennen die direkte Rückkehr in die deutsche Fußball-Bundesliga perfekt gemacht. Die Mannschaft von Trainer Ole Werner besiegte Jahn Regensburg 2:0 (1:0) und sicherte sich Platz zwei hinter den Königsblauen.

Der Hamburger SV sicherte sich nach einer spektakulären Aufholjagd Rang drei und könnte in der Relegation gegen Hertha BSC mit Trainer Felix Magath (19. und 23. Mai) den ersehnten Aufstieg im vierten Anlauf perfekt machen. Das Team von Coach Tim Walter gewann das Zitterspiel bei Hansa Rostock 3:2 (0:1) und hielt damit Darmstadt 98 auf Distanz. Den Lilien half auch der 3:0 (3:0)-Erfolg gegen den SC Paderborn nichts.

Werder-Party mit Verletzten

Im mit 41.000 Zuschauern ausverkauften Weserstadion konnten sich die Bremer im entscheidenden Spiel auf ihre Torjäger verlassen. Niclas Füllkrug (10.) stellte die Weichen früh in Richtung Aufstieg, Marvin Ducksch (50.) erhöhte kurz nach dem Wechsel.

Danach begannen auf den Tribünen schon die grün-weißen Feierlichkeiten. Der schmerzhafte Abstieg im vergangenen Jahr war endgültig vergessen. "Der SVW ist wieder da", skandierte das begeisterte Publikum. Während des Platzsturms nach der Partie wurden mehrere Menschen verletzt. Die Bremer Polizei sprach von mehr als 20 Verletzten, die teilweise ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Die weiteren Ermittlungen dazu dauern an, hieß es weiter.

HSV bangt lange

In einem hoch emotionalen Spiel gingen die Gastgeber aus Rostock früh durch Nico Neidhart (13.) in Führung. Robert Glatzel (50.), Kapitän Sebastian Schonlau (75.) und Joker Mikkel Kaufmann (85.) drehten die Partie für den HSV. Der Treffer von Lukas Fröde (90.+1) kam für Hansa zu spät.

Im aufgeheizten Ostseestadion war von Beginn an Feuer in der Partie. Hansas Lukas Fröde traf nach zwei Minuten mit dem Kopf die Latte, Mario Vuskovic verfehlte auf der anderen Seite das Tor nur knapp.

Es blieb zunächst ein offener Schlagabtausch, dann schockte Neidhart den defensiv anfälligen HSV, als er den Ball nach toller Vorarbeit von Danylo Sikan aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Der frühe Rückstand verunsicherte die Hamburger merklich. Erst mit dem Ausgleich kam der HSV zurück und drehte danach mächtig auf.

Darmstadt souverän

Darmstadt ließ hingegen von Beginn an keine Zweifel aufkommen. Tim Skarke (2.) beruhigte mit seinem schnellen Treffer die Nerven. Torjäger Luca Pfeiffer (25., 38.) legte noch vor der Pause mit einem Doppelpack nach. Nach dem Wechsel interessierte in Darmstadt in erster Linie das Ergebnis in Rostock – und trauerte am Ende.

Schalke sicherte sich durch ein 2:1 (1:0) beim 1. FC Nürnberg eine Woche nach dem Aufstieg auch die Zweitliga-Meisterschaft. Rodrigo Zalazar (15.) brachte die Gäste mit einem Traumtor aus 58 Metern in Führung. Lukas Schleimer (86.) glich aus, Simon Terodde sicherte mit seinem 30. Saisontor den Erfolg (87.).

Dynamo Dresden geht derweil nach einem 0:1 (0:0) gegen Erzgebirge Aue ohne Rückenwind in die Relegationsspiele gegen den Drittligisten 1. FC Kaiserslautern (20. und 24. Mai). (sid, 15.5.2022)