Indonesiens Präsident Joko Widodo hat dem südafrikanischen Unternehmer Elon Musk am Wochenende einen Besuch in Texas abgestattet. Die Gespräche in Musks Firmensitz Gigafactory Texas bei Austin drehten sich um mögliche Investitionen und Technologien, erklärte die indonesische Regierung nach dem Treffen. Nach dem Besuch der Tesla-Fabrik erhielt Widodo eine Führung durch den Space-X-Fabrik in in Boca Chica nahe der mexikanischen Grenze.

Musk ist Chef des Elektroautoherstellers Tesla und des Raumfahrtunternehmens Space X. In der vergangenen Woche besuchten Vertreter Teslas Indonesien, um die Möglichkeiten für Investitionen in die indonesische Nickelindustrie und die Lieferung von Batterien für Elektrofahrzeuge zu erörtern.

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Gegeneinladung

Jokowi war für den US-Asean-Gipfel in Washington in die USA gereist, von dort machte er den Abstecher nach Texas. "Nach einer Besprechung in seinem Büro lud mich Elon Musk ein, den Standort der Space-X-Raketenproduktionsanlage in Boca Chica, USA, zu besuchen. Eine Stunde lang haben wir die Raketenfabrik Space X unter die Lupe genommen. Ich habe Elon Musk auch eingeladen, nach Indonesien zu kommen", schrieb Jokowi nach dem Treffen auf Twitter. Eine Stunde lang wurde er vom Milliardär persönlich durch den Space-X-Produktionsstandort in Boca Chica geführt.

Musk reagierte noch nicht auf das Treffen und die Gegeneinladung, allerdings zitierte die indonesische Regierung den Milliardär mit den Worten "Hoffentlich im November". Dann ist Indonesien Gastgeber des G20-Gipfels auf Bali.

Weltgrößter Nickelproduzent

Der indonesischen Mitteilung zufolge sagte Musk, es könne Raum für "Partnerschaften in vielen Dingen geben, weil Indonesien viel Potenzial" habe. Indonesien ist der weltgrößte Nickelproduzent.

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Im Vorjahr hat Tesla schon in Neukaledonien einen Großvertrag mit dem lokalen Nickelhersteller Prony abgeschlossen. Aber auch für Indonesiens Nickel konnte sich Musk schon in der Vergangenheit erwärmen. so schrieb er im Juli 2020 auf Twitter: "Australien und Kanada machen sich ziemlich gut. Die US-Nickelproduktion ist objektiv sehr lahm. Indonesien ist großartig!"

Jahrelang umworben

Seit Jahren versucht Indonesien, mit Musk im großen Stil ins Geschäft zu kommen. Die Regierung Jokowis wünscht sich den Aufbau einer Elektrofahrzeugindustrie im eigenen Land, wobei vom Abbau des Nickels über die Herstellung von Batterieteilen bis zur Fahrzeugmontage alles auf indonesischem Boden geschehen soll.

Elon Musk führte Jokowi persönlich durch die Space-X-Produktionsstätte.
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Aber auch Indien ist sehr an einer Zusammenarbeit mit Tesla interessiert. Musk hatte Indien auch schon für Gespräche über die Einrichtung eines Standorts besucht. Allerdings wurden diese Pläne zuletzt auf Eis gelegt, weil die Regierung der Forderung Musks nach niedrigeren Einfuhrzöllen für Elektroautos nicht nachkam. Die indische Regierung wünschte eine komplette Autoproduktion im Land, ohne dass einzelne Teile in China hergestellt würden. Musk sprach zu Jahresbeginn im Zusammenhang mit einem möglichen Engagement Teslas in Indien von "vielen Herausforderungen" mit der indischen Regierung

Jakarta will Raumflughafen

Bei den Gesprächen mit Musk geht es aber nicht nur um Nickel für Batterien: Jakarta träumt von einem eigenen Raumflughafen. Die geografische Lage des Landes wäre aufgrund der Äquatornähe optimal. Seit Jahren wird darüber spekuliert, dass dieser mithilfe von Space X auf der Insel Biak nördlich von Neuguinea entstehen soll. Westpapua hat sich Indonesien nach der Entkolonialisierung einverleibt, seit Jahrzehnten läuft ein Aufstand der einheimischen Bevölkerung gegen die Herrschaft Jakartas. In den vergangenen Jahren hat sich dieser Konflikt verschärft, der indonesische Staat geht mit großer Härte gegen die Unabhängigkeitsbewegung vor. (Michael Vosatka, 16.5.2022)

Jokowi wünscht sich einen Raumflughafen.