Jetzt, da der Sommer vor der Tür steht und man (fast) wieder ungehindert reisen kann, treibt es uns in die Ferne. Lassen wir also den Pool links liegen und schauen wir uns natürliche Badeplätze an, darunter Flüsse, Seen, Dolinen: Wild Swimming liegt im Trend. In dieser Auswahl findet man aber auch "traditionelle" Strände.

Besonderer Farbton: Red Beach auf Santorin
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Roter Strand, Santorin, Griechenland

Rote Strände sind eher selten und schon deshalb spektakulär, so wie der Red Beach auf Santorin. Das Rot stammt von der Oxidation des Eisens, die dieser Vulkanlandschaft einen ganz besonderen Farbton verleiht. Einen schönen Kontrast dazu bietet das türkisfarbene Meer.

Seljavallalaug, Island

Seljavallalaug ist eines der ältesten Schwimmbäder Island. Es wurde 1923 gebaut und war trotz seiner geringen Größe eine Zeitlang das größte Schwimmbad des Landes. Er liegt gut versteckt in einer kleinen Schlucht zu Füßen des Gletschers Eyjafjallajökull, genau: dem Eyjafjallajökull. Das Becken "mitten im Nirgendwo" ist trotzdem über eine einfache halbstündige Wanderung zu erreichen. Besucherinnen und Besucher schwärmen von seiner Einzigartigkeit. Die Sonnencreme kann man jedenfalls getrost zu Hause lassen.

Les Calanques: ein Naturwunder in der Provence
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Calanques-Nationalpark, Frankreich

Diese felsigen Klippen zwischen Marseille und Cassis sind nicht ganz einfach zu erreichen, aber das Bad, das einen dort erwartet, ist jede Schweißperle wert, die man auf der Wanderung verliert. Les Calanques ist nicht umsonst als das Naturwunder der Provence bekannt, und die beiden Meeresbuchten (Calanque de Port Pin und Calanque d'En Vau) sind so idyllisch wie nur möglich. Am besten fährt man morgens hin, denn im Sommer ist selbst an diesen abgelegenen Orten viel los, wie man etwa bei "Time Out" erfährt.

Devil's Pool, Victoriafälle, Sambia

Das Natursteinbecken direkt am Rande der Victoriafälle mit dem gewissen Nervenkitzelfaktor liegt in Livingstone am Rande der Victoriafälle, an der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe, und zieht immer wieder mutige Schwimmer aus aller Welt an. Erreichbar ist der Devil's Pool nur über eine Tour von Livingstone Island aus. Das ganze Unterfangen ist völlig ungefährlich, vor allem, wenn man sich dabei von einem Guide leiten lässt – und dem Abgrund nicht zu nahe kommt.

Heaven Lake, China

Ein Ausflug ins örtliche Schwimmbad ist das nicht. Der Himmelssee ist ein riesiger Kratersee an der Grenze zwischen China und Nordkorea, der auf einer Seehöhe von 2.189 Metern liegt. Das bedeutet, dass der See im Winter vereist ist. Auch im Sommer ist das Wasser eher frisch, aber was tut man nicht alles für ein paar schöne Instagram-Posts. Außerdem kommt es auch nicht jeden Tag vor, dass man in der Nähe der nordkoreanischen Grenze schwimmen geht.

Australiens größter Sandkasten: Fraser Island
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Fraser Island, Australien

Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt oder wie es offiziell heißt: Australiens größter Sandkasten. Das Schwimmen im Meer wird hier allerdings nicht empfohlen – wegen der vielen Haie. Man kann stattdessen einen Abstecher zu den vielen Seen machen und dort ein Bad genießen, ohne befürchten zu müssen, einem Hai zu begegnen.

Mit Seekühen schwimmen kann man in Crystal River, Florida.
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Crystal River, Florida, USA

Crystal River in Florida ist der einzige Ort auf der Welt, wo man mit Seekühen schwimmen kann. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen außer, dass man die Schwimmtour am besten zusammen mit einem Guide bucht.

Soll einer der schönsten Pools der Welt sein: Dalebrook Tidal Pool in Südafrika.
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Dalebrook Tidal Pool, Südafrika

Weniger als eine Stunde von Kapstadt entfernt befindet sich der Dalebrook Tidal Pool. Das "Schwimmbecken" zwischen St. James und Kalk Bay soll einer der schönsten Pools der Welt sein. Der windgeschützte, familienfreundliche Strand ist ideal für Sonnenanbeter und Kinder. Früh hinzukommen lohnt sich, weil es hier im Sommer voll werden kann.

Akigawa-Fluss, Japan

Westlich von Tokio liegt das Akigawa-Tal, durch das der gleichnamige Fluss fließt, an dem sich viele Einheimische in den heißen Sommermonaten abkühlen. Das chaotische Treiben der Hauptstadt scheint hier weit entfernt. Erreichbar ist dieser Badeplatz mit dem Zug von Tokio aus. Es gibt auch zahlreiche Grillplätze und Wandermöglichkeiten. Bleibt nur zu hoffen, dass sich Japan bald wieder ganz für den Tourismus öffnet.

Wasserfall im Monteverde Nebelwald auf Costa Rica
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Monteverde-Nebelwald, Costa Rica

Schwimmen im Nebelwald ist nur ein Teil des Abenteuers in der Region Bajos del Toro, das durch Wanderungen und ein typisch costa-ricanisches Kaffeeerlebnis sowie durch Seilrutschen für Adrenalinhungrige abgerundet wird. Auch die Artenvielfalt in Monteverde ist unglaublich, und das Schwimmen an einem wunderschönen Wasserfall wird nie langweilig.

Times of Oman

Bimmah Sinkhole, Oman

Die Legende besagt, dass das Bimmah Sinkhole im Oman durch einen Meteoriten entstanden ist (der arabische Name bedeutet frei übersetzt "tiefer Brunnen der Sternschnuppe"). Bimmah ist jedenfalls eine klare, azurblaue Doline, in der das Schwimmen erlaubt ist, sofern man sich an die lokalen Regeln halten. Das Sinkloch liegt 130 Kilometer (oder so) von Muscat entfernt, direkt an der Hauptstraße nach Sur.

Ein römisches Aquädukt als Kulisse beim Baden: Pont du Gard, Frankreich
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Pont du Gard, Frankreich

Der Pont du Gard, ein altes römisches Aquädukt über den Fluss Gardon, bietet die Kulisse für ein spektakuläres Sommerbad im seichten Wasser. Ab Mitte Juni verwandeln sich die am rechten Ufer des Gardon befindenden und nur 200 Meter vom Pont du Gard entfernten Felsen und Sandbänke in Strände. Nîmes ist der beste Ausgangspunkt für einen Besuch, die Brücke ist von dort mit dem Bus in einer Stunde zu erreichen.

Klares Wasser, prächtige Wasserfälle in Bosnien-Herzegowina
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Kravice-Wasserfall, Bosnien-Herzegowina

Die Infrastruktur rund um den Kravice-Wasserfall (unweit von Ljubuški) hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt, ein Beweis für die stetig wachsende Beliebtheit des Ortes. Es ist nicht schwer nachzuvollziehen, warum in heißen Sommern so viele Menschen hierher strömen. Das klare Wasser eignet sich gut zum Schwimmen, die Wasserfälle bieten die prächtige Kulisse. Von Ljubuški aus folgt man einfach den Schildern zu diesem interessanten Badeort.

Schwimmen unter Stalaktiten: Cenote X'keken, Mexiko
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Cenote X'keken, Mexiko

Ein Cenote ist eine Karsthöhle mit Grundwasserzugang, liest man auf Wikipedia. Einer der schönsten ist der Cenote X'keken in der Nähe von Valladolid in Mexiko, wo man unter Stalaktiten im klaren Wasser schwimmen kann. Der Cenote Samula liegt ganz in der Nähe. Am besten man kauft sich ein Kombiticket, mit dem man beide besuchen kann.

Mit 137 Metern auch das längste Freibad Nordamerikas: der Kitsilano Pool in Vancouver, Kanada.
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Kitsilano Pool, Kanada

Vancouver ist in vielerlei Hinsicht eine besondere Stadt. Beim Bau der Metropole im Westen Kanadas stand die Lebensqualität im Vordergrund, und ein Teil des Plans bestand darin, dass man von jedem Ort aus einen Blick auf die nahe gelegenen Berge hat. Einen solchen hat man auch vom Kitsilano Pool aus, einem Salzwasserschwimmbecken in der Bucht. Es ist mit 137 Metern auch das längste Freibad Nordamerikas. Leider bleibt der Pool wegen Sturmschäden in dieser Saison wohl geschlossen. (red, 19.5.2022)