Jede und jeder Dritte berichtet von weniger Streit am Arbeitsplatz seit der Umstellung auf hybrides Arbeiten oder Homeoffice.

Foto: Getty Images

Das Arbeiten in den eigenen vier Wänden erfreut sich unter Beschäftigten großer Beliebtheit. Neben Vorteilen wie weniger Pendeln oder einer flexibleren Gestaltung des Arbeitsalltags geben Mitarbeitende in Firmen, die auf hybride Arbeitsformen und Homeoffice umgestiegen sind, an, auch weniger toxisches Verhalten am Arbeitsplatz erlebt zu haben.

Das geht aus einer neuen Umfrage des Online-Marktplatzanbieter Capterra vom Juni 2022 hervor. Befragt wurden dafür 993 Beschäftigte in Deutschland. Jede und jeder Dritte berichtet demnach von weniger Streit am Arbeitsplatz seit der Umstellung auf Hybrid- oder Remote-Arbeit. Außerdem seien laut der Befragung Lästereien (30 Prozent) und verbale Aggressionen (28 Prrozent) weniger geworden.

"Einerseits ist es unbestreitbar, dass hybride Arbeitsformen mehr räumlichen Abstand zwischen den Beschäftigten schaffen, was die Zahl der offenen Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz reduzieren kann. Andererseits zeigen unsere Daten, dass sich 22 Prozent seit der Umstellung auf Hybrid- oder Remote-Arbeit an ihrem derzeitigen Arbeitsplatz wohler dabei fühlen, toxisches Verhalten am Arbeitsplatz zu melden", sagt Ines Bahr, Senior Content Analyst bei Capterra.

Keine Seltenheit

Mehr als ein Drittel der Befragten hat bereits toxisches Verhalten am Arbeitsplatz erlebt. Gemeldet wurden die Vorfälle jedoch nur von knapp einem Viertel. Davon richteten sich Konflikte und Diskriminierung in neun Prozent der Fälle gegen die oder den Angestellten selbst, bei 15 Prozent gegen eine Kollegin oder einen Kollegen. Zwölf Prozent hätten sich unwohl dabei gefühlt, das toxische Verhalten im Job zu melden.

Von denjenigen, die von negativen Vorfällen am Arbeitsplatz berichteten, gab rund die Hälfte an, dass das Problem angegangen wurde und zu einem positiven Ergebnis geführt habe. Ein Viertel gibt an, dass das Problem zwar angesprochen wurde, sich aber nichts änderte, während 19 Prozent sagen, dass ihr Anliegen gar nicht erst behandelt wurde. Handlungsbedarf besteht also dennoch in vielen Unternehmen. (red, 23.9.2022)