Das Salzburg-Museum präsentierte am Dienstag den Fund, der schon 2021 ans Tageslicht kam.
Foto: APA/SALZBURG MUSEUM

Schmuck und Münzen: Daraus besteht ein beeindruckender Fund, der schon im Mai 2021 im Land Salzburg entdeckt und am Dienstag vom Salzburg-Museum der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Die "archäologische Sensation" wurde im ersten Jahrhundert vor Christus vergraben, also in spätkeltischer Zeit. Genau wird die Fundstelle nicht angegeben, sie befindet sich in Neumarkt am Wallersee im Flachgau.

Für Holger Wendling, Leiter des Fachbereichs Archäologie des Salzburg-Museums, handelt es sich um einen höchst bedeutenden Hortfund. Die wertvollen Objekte stünden auf Augenhöhe mit dem 1838 entdeckten Helm vom Pass Lueg oder der 1932 gefundenen keltischen Schnabelkanne.

Anonymer Finder ...

Der Schmuck, der über die Jahrhunderte im Boden verborgen war, umfasst einen kunstvoll gedrehten Torques – einen Halsreif – aus massivem Gold, einen Armreif, zwei glatte und zwei verzierte Fingerringe sowie insgesamt 28 Silbermünzen, die zum Teil starke Gebrauchsspuren haben. Die hochkarätigen Objekte konnten vom Salzburger Museumsverein für das Museum angekauft werden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, betonte Museumsdirektor Martin Hochleitner.

Der Goldring mit Granulation.
Foto: Salzburg Museum

Der Finder wolle anonym bleiben, auch der Fundort werde nicht veröffentlicht. Der spätkeltische Hortfund – er stammt aus dem ersten Jahrhundert vor Christus – sei nicht nur für Salzburgs Geschichte eine Bereicherung. Der Bodenfund habe auch große Bedeutung für die europäische Kulturgeschichte, sagte Hochleitner.

... mit Gespür für Archäologie

Dabei sind nicht nur die einzelnen Objekte wertvoll, sondern auch die Tatsache, dass die Fachleute am Fundort alles professionell dokumentieren und bergen konnten. Damit lassen sich vielleicht Rückschlüsse auf mögliche Besitzerinnen oder Besitzer und deren Motive ziehen. "Der Finder hat alles richtig gemacht", gab es deshalb auch großes Lob von Hochleitner.

Eine Tetradrachme, die bedeutendste Großsilbermünze im antiken Griechenland, die zum Schatz gehört, im Detail.
Foto: Salzburg Museum

Nach der Entdeckung der ersten Objekte – sie waren zufällig bei Arbeiten im unwegsamen Gelände gefunden worden – hatte der Grundbesitzer umgehend das Bundesdenkmalamt verständigt. "Es war ein Freitagnachmittag", erinnerte sich Archäologe Peter Höglinger vom Bundesdenkmalamt Salzburg an den Anruf des aufgeregten Besitzers. Es war rasch klar, dass eine professionelle Grabung durchgeführt werden musste. "So einen Moment erlebt man als Archäologe nicht allzu oft", erzählte Höglinger über die Bergung des Jahrhundertfunds.

Forschungsarbeit beginnt

Noch weiß man wenig über die Objekte und deren mögliche Bedeutung – es wird etwa angenommen, dass die Münzen, die sich dem keltischen Stamm der Boier in Zentraleuropa zuordnen lassen, im heutigen Gebiet Tschechiens und der Slowakei geprägt wurden. Deshalb ist die Dokumentation des Fundorts so wichtig. Dies helfe bei der Einordnung und Interpretation des Fundes, sagte Wendling.

Gefunden wurden auch 28 boiische Tetradrachmen aus Silber.
Foto: Salzburg Museum

Möglicherweise wurden Schmuck und Münzen vergraben, um sie in einer Zeit der politischen und sozialen Krisen zu verstecken. Es könnte aber auch einen kultischen Hintergrund geben, der Fund eine Opfergabe an die Götter gewesen sein, mutmaßte der Archäologe. Antworten auf solche Fragen müsse erst eine wissenschaftliche Befassung mit dem Fund ergeben.

Deshalb ist der spätkeltische Schatz vorerst nur bis 24. Jänner im Salzburg-Museum zu sehen, um den Neuzugang zu feiern. Danach soll sich die Forschung ausführlich mit dem Fund beschäftigen. Archäologische und archäometrische Analysen sollen helfen, die offenen Fragen zur Herkunft der Objekte sowie zu den Umständen ihrer Verbergung zu klären. (APA, red, 17.1.2023)