Blog, Butter, Cola, E-Mail, Gehalt, Joghurt, Keks, Monat, Paprika, Pool, Pub, Puder, Radio, Service, Teil, Teller, Triangel, Virus – was haben all diese Wörter gemeinsam? Dass sich die Geister daran scheiden, mit welchem Artikel sie richtigerweise einhergehen sollten. Denn sind männliches, weibliches und sächliches Geschlecht bei Personen oder anderen Lebewesen bis zu einem gewissen Grad klar und eindeutig, so scheint die Zuschreibung des "der", "die" oder "das" bei Gegenständen vollkommen beliebig zu sein – und nicht nur Menschen, die Deutsch als Fremdsprache lernen, kommen beim grammatischen Geschlecht ins Strudeln.

Nicht immer hilft der Blick ins Wörterbuch.
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Wenn unklar ist, wie es wirklich heißt

Zwischen Deutschland und Österreich besteht hier so manche Differenz: Heißt es nun "die Cola" oder "das Cola? "Das Gummi" oder "der Gummi"? Und selbst innerhalb der beiden Länder ist die Zuschreibung nicht selten uneinheitlich. Ist es in Oberösterreich vollkommen normal, nach "dem Butter" zu verlangen, wird man in Wien eher "die Butter" haben wollen. Manches familienintern oder im Herkunftsbundesland Geläufige erntet außerhalb der gewohnten Gefilde jedenfalls Stirnrunzeln und sprachliche Zurechtweisung.

Der Duden ist hierbei nur bedingt eine Hilfe – nicht selten führt er beide Formen als richtig an, manchmal noch mit dem Hinweis "österreichisch auch". Damit ist der Streit um die einzig richtige und gültige Wahrheit noch nicht ausgefochten und beigelegt – und Menschen können sehr emotional werden, wenn es um ihrer Meinung nach falsch verwendete Wörter geht. Und manchmal hat sich sogar eine eigentliche Falschverwendung bereits derart etabliert, dass sie als "richtiger" gegenüber dem eigentlich korrekten Artikel wahrgenommen wird.

Besondere Unsicherheit herrscht oftmals bei Lehnwörtern aus anderen Sprachen, etwa aus dem Englischen. Benutzt man den Artikel, der im Deutschen besser klingt und zu passen scheint, oder orientiert man sich eher daran, wie das Wort in der Ausgangssprache hergeleitet wird? Erschwert wird die Thematik der Artikelzuschreibung auch dadurch, dass zu manchen Wörtern nicht nur offiziell zwei oder gar alle drei möglichen Artikel gehören (bestes Beispiel: Joghurt), sondern diese teilweise auch noch verschiedene Bedeutungen bewirken. Meint beispielsweise "das Gehalt" laut Duden die regelmäßige monatliche Bezahlung der Angestellten, ist mit "der Gehalt" der gedankliche Inhalt einer Sache gemeint. Hier kann man leicht durcheinanderkommen.

Falscher vs. richtiger Artikel: Ihre Erfahrungen?

Bei welchen Nomen haben Sie in der Zuordnung vom bestimmten Artikel schon häufig Differenzen mit anderen bemerkt? Welchen Artikel nehmen Sie dabei als "einzig richtigen" wahr? Und welche diesbezügliche Fehlverwendung irritiert Sie besonders? Oder lässt Sie derlei kalt, und jeder soll ruhig so sagen, wie er möchte? Teilen Sie es mit der Community! (Daniela Herger, 24.1.2023)