Französische Soldaten patrouillieren in Burkina Faso.

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Paris/Ouagadougou – Vor dem Hintergrund massiver Spannungen mit der Übergangsregierung in Burkina Faso will Frankreich binnen eines Monats seine Soldaten aus dem westafrikanischen Land abziehen. "Wir haben offiziell die Kündigung des Abkommens erhalten", teilte das Außenministerium in Paris am Mittwoch mit. Die vorgesehene Frist von einem Monat werde Frankreich respektieren, sagte ein Ministeriumssprecher.

Das Abkommen über den Einsatz französischer Soldaten in Burkina Faso war 2018 unterzeichnet worden. Frankreich hat derzeit etwa 400 Spezialkräfte in dem westafrikanischen Land, die das Land im Kampf gegen jihadistische Gruppen unterstützen sollen. Die Militärjunta, die seit September an der Macht ist, hat sich in den vergangenen Monaten an Russland angenähert, das mithilfe der Söldner der Wagner-Gruppe seinen Einfluss in Afrika ausbaut. Am Freitag hatten hunderte Menschen in der Hauptstadt Ouagadougou Anti-Frankreich-Parolen skandiert.

Ein Großteil von Burkina Faso ist seit 2018 unregierbar. Millionen Menschen sind aus Angst vor Überfällen bewaffneter Gruppen aus ihren Dörfern geflohen. Tausende wurden bei Angriffen getötet. Die Extremisten, die in die Orte oft auf Motorrädern einfallen, kontrollieren inzwischen große Landesteile im Norden und Osten. Als Folge ist die Bevölkerungszahl in den Städten angeschwollen, die nicht angegriffen wurden. Das verursacht neue Probleme etwa im Gesundheitswesen, zumal wegen der Dürre zahlreiche Menschen ohnehin unter Mangelernährung leiden. (APA, red, 25.1.2023)