Das Fahrzeug wird abgeschleppt.

Foto: AP/Michael Gonzalez

Houston – Ein Autofahrer ist vor einer Einwandererunterkunft im US-Bundesstaat Texas bei einer Bushaltestelle in eine Menge gefahren und hat acht Menschen tödlich verletzt. Mehrere weitere Menschen wurden bei dem Vorfall in der Stadt Brownsville am Sonntagmorgen verletzt. Einige der Tote sollen venezolanische Migranten gewesen sein. Der Fahrer wurde festgenommen. Es war unklar, ob er absichtlich in die Menschenmenge fuhr.

Zuvor hatte die Feuerwehr von Brownsville mitgeteilt, dass sieben Personen am Ort des Geschehens gestorben seien. Die achte Person sei später im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Mindestens neun weitere Verletzte seien in örtliche Krankenhäuser gebracht worden.

Mehrere US-Medien, darunter die "New York Times" und der Sender CNN, berichteten unter Berufung auf Behördenangaben, ein Geländewagen sei in eine Gruppe von Menschen gefahren, die bei einer Bushaltestelle nahe einer Unterkunft für Migranten gewartet hätten.

Es sei unklar, ob der Fahrer die Kontrolle über den Wagen verloren habe oder absichtlich in die Gruppe gesteuert sei, hieß es weiter. Die Polizei und die Feuerwehr von Brownsville sprachen zunächst von einem "schweren Unfall". Der festgenommene Fahrer kooperiere nicht mit der Polizei, sage nicht seinen Namen und gebe keine Fingerabdrücke, sagte der Polizeisprecher.

Abschieberegelung läuft aus

Bei einigen der Toten soll es sich ersten Berichten zufolge um venezolanische Migranten gehandelt haben. Die venezolanische Regierung bedauere den Vorfall und forderte eine vollständige Aufklärung, sagte Venezuelas Außenminister, Yvan Gil, über Twitter.

Brownsville liegt direkt an der Grenze zu Mexiko. US-Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas hatte die Stadt am Freitag besucht und Migranten vor einem illegalen Grenzübertritt gewarnt. Die US-Behörden bereiten sich derzeit auf das Auslaufen einer als "Title 42" bekannten Abschieberegelung am Donnerstag vor. Die im März 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump eingeführte Regelung sieht vor, dass an der Grenze zu Mexiko aufgegriffene Migranten umgehend abgewiesen werden, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Mit dem Auslaufen der Regelung erwarten die Behörden einen Ansturm von Flüchtlingen und Migranten an der Grenze zu Mexiko. Die Regierung hat bereits klargestellt, dass sie weiterhin hart gegen illegale Grenzübertritte vorgehen will. Zugleich sollen mehr Möglichkeiten für eine legale Einreise geschaffen werden. (APA, red, 8.5.2023)