Sinner hat gut lachen.
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Melbourne – Jannik Sinner hat Novak Djokovics Erfolgslauf bei den Australian Open gestoppt und dem Serben die erste Niederlage in Melbourne seit sechs Jahren zugefügt. Der Italiener setzte sich am Freitag im Halbfinale mit 6:1, 6:2, 6:7(6) und 6:3 durch und erreichte erstmals in seiner Karriere ein Finale bei einem Grand-Slam-Turnier. Im Endspiel trifft Sinner auf Daniil Medwedew, der als Nummer 3 gesetzte Russe bezwang Alexander Zverev (GER-6) mit 5:7,3:6,7:6(4),7:6(5),6:3. Das Finale wird am Sonntag (9.30 Uhr MEZ/live ServusTV, Eurosport) gespielt. Es ist die Wiederholung des Finales von Wien 2023. Damals setzte sich Sinner durch.

Für Sinner geht es um den ersten, für Medwedew um den zweiten Grand-Slam-Titel seiner Karriere nach den US Open 2021. Besonders bitter war die Niederlage wohl für Zverev, der wie schon im US-Open-Finale 2020 gegen Dominic Thiem eine 2:0-Satzführung noch aus der Hand gab. Medwedew hingegen drehte wie schon in Runde zwei gegen Emil Ruusuvuori ein 0:2 in ein 3:2. Dieses Kunststück ist ihm in seiner Karriere zum vierten Mal gelungen.

Hartes Match für Sinner

"Es war ein wirklich hartes Match. Über zwei Sätze habe ich gespürt, dass er sich nicht gut fühlt", sagte Sinner nach der Partie. Im dritten Satz verpasste Sinner im Tiebreak einen Matchball. "So ist das im Tennis. Ich freute mich auf dieses Match. Ich habe viel von meiner Niederlage (gegen Djokovic, Anm.) in Wimbledon gelernt." Im vergangenen Juli war Sinner dem Weltranglistenersten klar in drei Sätzen unterlegen.

Sinner dominierte die Partie in der Rod Laver Arena zwei Sätze lang nach Belieben. Djokovic leistete sich viele Fehler, wirkte nervös und fand nie seinen Rhythmus. Sinner spielte druckvoll und nutzte seine Breakchancen.

Tiebreak im dritten Satz geht an Djokovic
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Im dritten Satz wachte Djokovic auf, wehrte nach einer kurzen Unterbrechung und medizinischen Behandlung für einen Zuschauer nervenstark einen Matchball ab und gewann den dramatischen Tiebreak. Doch am Ende half es nichts: Sinner drehte im vierten Satz erneut auf, nutzte nach 3:22 Stunden Spielzeit seinen zweiten Matchball und machte den Final-Einzug perfekt.

Djokovic sprach in der Pressekonferenz nach dem Match von einem der "schlechtesten Grand-Slam-Matches, das ich je gespielt habe". Sinner habe verdient gewonnen und war in allen Belangen besser, gab er zu.

Novak Djokovic
Djokovic verlässt den Platz als Verlierer – in Melbourne eine Seltenheit.
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Djokovic hatte gehofft, seinen 25. Grand-Slam-Titel im Einzel zu gewinnen und damit den Rekord für die meisten Major-Turniersiege aufzustellen. Aktuell teilt er sich die Bestmarke mit Margaret Court. Djokovic hatte zuvor noch nie in einem Halbfinale bei den Australian Open verloren (zehn Matches). Er war beim ersten Major des Jahres seit 33 Matches ungeschlagen. 2022 war er wegen einer fehlenden Corona-Impfung aus Australien ausgewiesen worden und konnte nicht antreten.

Zum ersten Mal seit 2005 wird am Sonntag ein Finale der Australian Open im Männereinzel ohne Beteiligung von Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal stattfinden. (luza, 26.1.2024)