"Das vergangene Jahr war ein Wendepunkt": Aus Sicht des Chefs des Fahrdienstvermittlers Uber, Dara Khosrowshahi, hat der Konzern 2023 einen Meilenstein erreicht und nach vielen Jahren in der Verlustzone erstmals profitabel gewirtschaftet. Dabei war es Khosrowshahi selbst, der die Wende eingeleitet hat, nachdem er 2017 den umstrittenen Gründer Travis Kalanick nach dessen unrühmlichem Abgang ersetzt hatte. Insgesamt 1,1 Milliarden US-Dollar betrug der Überschuss im Vorjahr, bei einem auf 37,3 Milliarden Dollar hochgeschnellten Umsatz.

Fahrzeuge hinter einem Zaun mit einem Uber-Schild.
Nach vielen verlustreichen Jahren ist Uber profitabel geworden, die Aktie notiert auf Rekordniveau.
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Aber wie hat Khosrowshahi den Konzern aus der Verlust- und Skandalzone in ertragreichere Gefilde geführt? Schließlich hat das Unternehmen seit seinem wenig erfolgreichen Börsengang im Mai 2019 – mit der Aktie ging es erst mal abwärts – insgesamt mehr als 19 Milliarden Dollar an Verlusten angehäuft, das entspricht etwa 4,8 Milliarden Miese pro Jahr.

Im Grunde profitiert Uber von stetig gestiegener Nachfrage. Und zwar nicht nur bei Personentransporten, sondern auch bei Warenlieferungen, die inzwischen fast die Hälfte der Umsatzerlöse beisteuern. Besonders der Essensdienst Uber Eats für die Bestellung und Lieferung von Lebensmitteln verzeichnete während der Corona-Pandemie ein starkes Wachstum. Gleichzeitig hat Uber begonnen, die Kosten zu senken, und hat die teuren Experimente mit selbstfahrenden Autos zusammengeschrumpft.

Börsenexperten erwarten, dass die gute Entwicklung anhalten wird, und fragen sich bereits, wann Uber die Aktionäre an der Entwicklung wird teilhaben lassen – in Form entweder von Dividenden oder von Aktienrückkäufen. Wenig erstaunlich, dass sich die Aktie angesichts dieser Nachrichten auf einem Rekordhoch befindet.

Danach hat es in der Ära von Kalanick, der 2019 auch seine Anteile an Uber veräußerte, nicht ausgesehen. Es gab Ermittlungen des US-Justizministeriums wegen einer Software, die Nutzer ausspionierte und Behörden in die Irre führte. Dazu kam eine Klage der Alphabet-Tochter Waymo wegen angeblichen Diebstahls vertraulicher Dokumente. Viel Kritik erntete Uber auch wegen des frauenfeindlichen Verhaltens von Kalanick sowie des Umgangs mit den Fahrern. Beobachter kritisierten das Geschäftsmodell, bei dem Uber offiziell bloß als Vermittler von unabhängigen, selbstständigen Fahrern auftritt, als ausbeuterisch.

Neuer Anlauf in Linz

Zahlen für Österreich hat der Fahrdienstvermittler, der laut eigenen Angaben in mehr als 10.000 Städten in rund 70 Ländern aktiv ist, nicht veröffentlicht. Allerdings nimmt Uber nun in Linz einen neuen Anlauf. Nachdem nach einer Testphase 2019 in der oberösterreichischen Landeshauptstadt der Markteintritt nicht erfolgte, rollt man nun – nach Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck – das Angebot auch dort aus.

Uber setze dabei wie in den anderen Städten auf Partnerschaften mit lokalen, lizenzierten Taxiunternehmerinnen und -unternehmern, erklärt General Manager Martin Essl. Preise für Fahrten würden im Voraus in der eigenen App angezeigt und richteten sich nach dem jeweils geltenden Taxitarif. (Alexander Hahn, 13.2.2024)