Jeremie Frimpong erzielte das 1:0, die Leverkusener jubelten.
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Bayer Leverkusen hat eine Woche nach der Machtdemonstration gegen den FC Bayern auch das knifflige Auswärtsspiel bei Aufsteiger 1. FC Heidenheim knapp, aber verdient mit 2:1 (1:0) gewonnen. Zumindest bis Sonntag baute Bayer die Führung an der Tabellenspitze auf München auf acht Punkte aus. Zudem stellte Leverkusen mit dem 32. Spiel ohne Niederlage auch die Bestmarke des FC Bayern (2019 bis 2020) ein.

Jeremie Frimpong brachte die Werkself vor 15.000 Fans kurz vor der Pause (45.+2) in Führung, Amine Adli (81.) legte spät nach. Tim Kleindienst (87.) sorgte mit seinem Anschlusstreffer noch einmal für Spannung. Für das Überraschungsteam Heidenheim und Trainer Frank Schmidt war es nach acht Partien ohne Niederlage der erste Dämpfer.

Wenig Glanz

Trainer Xabi Alonso, am Samstag seit 500 Tagen Bayer-Trainer, veränderte sein Team nach dem 3:0 gegen die Bayern auf zwei Positionen. Frimpong und Patrik Schick rückten für Edmond Tapsoba und Nathan Tella in die Startelf. Mittelfeldchef Granit Xhaka war nach Oberschenkelproblemen rechtzeitig fit. Aus einer Viererkette gegen die Münchner wurde gegen den FCH wieder eine Dreierkette. Alonso sprach vor dem Anpfiff von "einem der schwierigsten Auswärtsspiele der restlichen Saison".

Es entwickelte sich von Beginn an das erwartet intensive Spiel, in dem Leverkusen dominant auftrat. Heidenheim presste früh - vor allem Jungstar Florian Wirtz hatte in Lennard Maloney einen hartnäckigen Widerpart -, bekam aber zumeist nicht so richtig Zugriff.

Chancen blieben dennoch zunächst Mangelware. Der kampfstarke FCH schaffte es immer wieder, die klar überlegenen Gäste aus dem Gefahrenbereich herauszuhalten. Bayer fehlte im letzten Drittel lange die Konsequenz und Genauigkeit, die Werkself blieb aber geduldig und wurde belohnt: Nach Hereingabe von Amine Adli traf Frimpong. Es war die erste Szene, in der Heidenheim, das offensiv in der ersten Hälfte nichts zu bieten hatte, nicht konsequent genug verteidigte.

Anschlusstreffer in der Schlussphase

Heidenheim wurde nach dem Wechsel aktiver und mutiger. Bei einem Schuss des eingewechselten ÖFB-Legionärs Nikola Dovedan musste Bayer-Keeper Lukas Hradecky erstmals eingreifen (58.). Das Spiel wurde offener. Leverkusen hatte nun mehr Platz zum Kontern. Frimpong verpasste das 2:0 knapp (61.).

Doch der FCH blieb dran. Erneut musste Hradecky retten (70.), diesmal gegen Benedikt Gimber. Wirtz (77.) schoss auf der Gegenseite erst an die Latte und bereitete dann das 2:0 wunderbar vor. Nach einem Freistoß gingen die Gäste nachlässig zu Werke, was Kleindienst per Kopf ausnutzte.

Auch an diesem Wochenende setzen sich die Proteste von Fans gegen einen möglichen Investor der DFL fort wie etwa hier bei Wolfsburg gegen Dortmund.
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Punktverlust für BVB

In Wolfsburg erwischte Dortmund einen Blitzstart. Niclas Füllkrug stolperte den Ball zur Führung des BVB über die Linie (8.). Nach Seitenwechsel scheiterte ÖFB-Legionär Marcel Sabitzer mit einem Distanzschuss (48.). Bissige Wolfsburger kamen in einer von zahlreichen Unterbrechungen überschatteten Partie zum verdienten Ausgleich durch Yannick Gerhardt (64.). Der BVB verlor als Vierter weiter Boden auf Stuttgart.

Die Schwaben festigen mit dem Auswärtssieg bei Schlusslicht Darmstadt Rang drei. Serhou Guirassy (14.) mit seinem 18. Saisontreffer und Mahmoud Dahoud (92.) trafen für den VfB, der die zweite Hälfte nach einer Gelb-Roten Karte für Pascal Stenzel in Unterzahl absolvieren musste. Darmstadt, mit Christoph Klarer und Emir Karic in der Startelf, blieb damit auch im 15. Ligaspiel in Folge ohne Sieg.

Im Abendspiel setzte sich RB Leipzig gegen Borussia Mönchengladbach souverän mit 2:0 durch. Leipzig ging durch Xavi Simons nach einer Viertelstunde sehenswert in Führung (14.). Danach wurde es ungewöhnlich leise im Stadion. Die rund 3.500 angereisten Gästefans hielten sich mit ihrem Support zurück, "da ein Mitglied der Fanszene bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist", wie die Borussia während der Partie auf der Plattform X mitteilte. Die Leipziger waren größtenteils ruhig, weil im Stadion eine Person reanimiert werden musste, wie RB ebenfalls auf X schrieb. In der Halbzeitpause verkündete der Stadionsprecher die traurige Nachricht, dass "der Fan leider verstorben ist". So gab es während des Spiels nur phasenweise Szenenapplaus.

Nach dem Seitenwechsel leistete ÖFB-Legionär Xaver Schlager mit einem traumhaften Steilpass die Vorlage zum 2:0 durch Loïs Openda, der Gladbach-Goalie Moritz Nicolas überlupfte (58.). Bei den Gästen wurde Stefan Lainer kurz darauf für seinen ÖFB-Kollegen Maximilian Wöber eingewechselt. Für die Leipziger kamen in der zweiten Hälfte zudem Nicolas Seiwald (67.) und Christoph Baumgartner (78.) ins Spiel. Als Tabellenfünfter liegt RB nur noch einen Punkt hinter dem BVB.

Ex-Salzburger Unions Matchwinner

Einen wichtigen Erfolg im Abstiegskampf feierte Union Berlin in Hoffenheim. Der Ex-Salzburger Brenden Aaronson avancierte zum Matchwinner für Union (84.). Florian Grillitsch spielte bei Hoffenheim durch, Kapitän Christopher Trimmel wurde aufseiten der Berliner in der Schlussphase ausgewechselt. Beide Teams verbuchten in der Nachspielzeit der ersten Hälfte einen Platzverweis.

Jubeln durften Philipp Mwene und Karim Onisiwo. Der Vorletzte Mainz 05 gewann zuhause gegen Augsburg mit 1:0. Vor Anpfiff kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Fans beider Teams. Nach Angaben der Polizei lieferten sich bis zu 100 Personen eine Massenschlägerei. (sid, red, 17.2.2024)

Freitag, 16.02.2024

1. FC Köln - Werder Bremen 0:1 (0:0)
Köln: Ljubicic bis 84., Kainz bis 68.;
Bremen: mit Friedl, Schmid bis 83.

Samstag, 17.02.2024

VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund 1:1 (0:1)
Wolfsburg: Pervan und Wimmer Ersatz;
Dortmund: mit Sabitzer

FSV Mainz 05 - FC Augsburg 1:0 (1:0)
Mainz: Onisiwo bis 83., mit Mwene

TSG Hoffenheim - Union Berlin 0:1 (0:0)
Hoffenheim: mit Grillitsch;
Union: Trimmel bis 81.

FC Heidenheim - Bayer Leverkusen 1:2 (0:1)
Heidenheim: Dovedan ab 46., ohne Tschernuth

Darmstadt 98 - VfB Stuttgart 1:2 (0:1)
Darmstadt: Klarer bis 46., Karic bis 74., ohne Honsak

RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach 2:0 (1:0)
Leipzig: mit Schlager, Seiwald ab 67., Baumgartner ab 78.;
Gladbach: Wöber bis 56., Lainer ab 56.

Sonntag, 18.02.2024

SC Freiburg - Eintracht Frankfurt 15.30
VfL Bochum - Bayern München 17.30